Modul 4: Patrolling

In kürze werden alle Ausbildungsinhalte sowie Dokumentationen in unser Wiki übernommen.

-Theoretischer Teil-

1. Ziel der Ausbildung

Ziel dieser Ausbildung ist es, die Teilnehmer in die Lage zu versetzen, Patrouillen sowohl aufgesessen (mounted) als auch abgesessen (dismounted) zu planen, durchzuführen und lageabhängig anzupassen. Ein zentraler Bestandteil ist das Verständnis und die Anwendung verschiedener Patrouillenarten.


2. Patrouillenarten

Im militärischen Kontext werden drei grundlegende Patrouillentypen unterschieden:

2.1 Aufklärungspatrouille (Reconnaissance Patrol)

Ziel: Gewinnung von Informationen über Feind, Gelände und Lage

Merkmale:

  • Feindkontakt vermeiden, wenn möglich
  • Fokus auf Beobachtung und Meldung
  • Einsatz von gedeckten Bewegungen

Typisch:

  • leicht ausgerüstet
  • häufig Kombination aus mounted und dismounted
  • Nutzung von Points of Interest (POI)

2.2 Gefechtspatrouille (Combat Patrol)

Ziel: Aktives Vorgehen gegen den Feind

Aufgaben:

  • Feind bekämpfen
  • Hinterhalte legen
  • Störungen durchführen

Merkmale:

  • Feindkontakt wird gesucht
  • hohe Feuerkraft und Durchsetzungsfähigkeit
  • klare Angriffsplanung

Typisch:

  • stärker bewaffnet
  • strukturierte Gliederung (Angriff, Sicherung, Unterstützung)

2.3 Sicherungspatrouille (Security Patrol)

Ziel: Schutz eigener Kräfte und Räume

Aufgaben:

  • Sicherung von Basen, Konvois oder Gebieten
  • Präsenz zeigen
  • Bedrohungen früh erkennen

Merkmale:

  • Feindkontakt vermeiden oder verzögern
  • Schwerpunkt auf Abschreckung und Kontrolle

Typisch:

  • regelmäßige Routen
  • Mischung aus mounted und dismounted
  • häufige Checks von Schlüsselpunkten


3. Vorbereitung einer Patrouille

Die Patrouillenart bestimmt die gesamte Planung:

Befehlserteilung:

Klare Festlegung der Patrouillenart im Auftrag

Gliederung:

Aufklärungspatrouille → i.d. R. kleine, flexible Teams

Gefechtspatrouille → starke Kampfelemente

Sicherungspatrouille → ausgewogene Kräfte

Marschroute:

  • Recon → verdeckt, unauffällig
  • Combat → taktisch vorteilhaft für Angriff
  • Security → Präsenz zeigen, Schlüsselräume abdecken


Sammelraum: Vorbereitung und Koordination

Points of Interest (POI): Besonders relevant für Recon und Security

Vulnerable Points: Kritisch für alle Patrouillenarten, insbesondere bei Combat Patrols


4. Pack- und Beladungsplanung gemäß Auftrag

Die Beladung richtet sich stark nach der Patrouillenart:

Aufklärungspatrouille:

  • leichte Ausrüstung
  • Fokus auf Kommunikation & Beobachtung
  • geringe Signatur

Gefechtspatrouille:

  • hohe Munitionslast
  • schwere Waffen / Unterstützung
  • medizinische Kapazitäten

Sicherungspatrouille:

  • ausgewogene Ausrüstung
  • Mittel zur Kontrolle (z. B. Checkpoints)
  • Durchhaltefähigkeit


Grundsatz:

Der Auftrag (Patrouillenart) bestimmt die Ausrüstung.


Die Fahrzeuge sind generell gemäß des intern abgestimmten Materials aufzurüsten.

Material:

  • 2x Benzin (Kanister)
  • Sanitätsmaterial (SanMat)
  • Munition (Multikaliber, LAT)


5. Verhalten auf dem Marsch

Das Verhalten unterscheidet sich je nach Patrouillentyp:

Aufklärungspatrouille:

  • verdeckte Bewegung
  • Kontakt vermeiden
  • Beobachtung priorisieren

Gefechtspatrouille:

  • aggressive Bewegung
  • vorbereitete Reaktion auf Kontakt
  • Initiative behalten

Sicherungspatrouille:

  • kontrollierte Bewegung
  • Präsenz zeigen
  • wachsam bleiben


Die Sicherungsbereiche sind patrouillenartunabhängig einzuhalten.

Standardreaktionen bei Feindkontakt (für alle gleich):

Contact Front – Feind voraus bekämpfen oder ausweichen

Contact Side – Kräfte zur Bedrohungsseite ausrichten

Contact Rear – rückwärtige Sicherung herstellen


6. Verhalten bei Ankunft am Ziel

Unabhängig von der Patrouillenart:

Wagenburg (bei mounted): Defensiver Fahrzeugkreis

360° Sicherung: Sofortige Rundumsicherung

KFZ-Abstellplatz: Gedeckt und taktisch sinnvoll (in Fluchtrichtung parken)


Patrouillenspezifisches Verhalten:

Aufklärungspatrouille:

  • Beobachtung aufnehmen
  • Meldung absetzen
  • unnötigen Kontakt vermeiden

Gefechtspatrouille:

  • Angriff vorbereiten oder durchführen
  • Ziel aktiv bekämpfen

Sicherungspatrouille:

  • Raum sichern
  • Kontrollpunkte einrichten
  • Präsenz zeigen


7. Abschluss

Das Verständnis der verschiedenen Patrouillenarten ist entscheidend für den Einsatzerfolg.

Kernpunkte:

  • Jede Patrouillenart hat ein anderes Ziel
  • Planung, Ausrüstung und Verhalten müssen angepasst werden
  • Standardverfahren (z. B. Reaktion auf Kontakt) bleiben gleich

Nur durch konsequente Anwendung und Übung können die Unterschiede sicher umgesetzt werden.


-Praktischer Teil der Ausbildung: Patrouille gem. Auftrag durchführen-