-Theoretischer Teil-
1. Ziel der Ausbildung
Ziel dieser Ausbildung ist es, die Teilnehmer in die Lage zu versetzen, Patrouillen sowohl aufgesessen (mounted) als auch abgesessen (dismounted) zu planen, durchzuführen und lageabhängig anzupassen. Ein zentraler Bestandteil ist das Verständnis und die Anwendung verschiedener Patrouillenarten.
2. Patrouillenarten
Im militärischen Kontext werden drei grundlegende Patrouillentypen unterschieden:
2.1 Aufklärungspatrouille (Reconnaissance Patrol)
Ziel: Gewinnung von Informationen über Feind, Gelände und Lage
Merkmale:
- Feindkontakt vermeiden, wenn möglich
- Fokus auf Beobachtung und Meldung
- Einsatz von gedeckten Bewegungen
Typisch:
- leicht ausgerüstet
- häufig Kombination aus mounted und dismounted
- Nutzung von Points of Interest (POI)
2.2 Gefechtspatrouille (Combat Patrol)
Ziel: Aktives Vorgehen gegen den Feind
Aufgaben:
- Feind bekämpfen
- Hinterhalte legen
- Störungen durchführen
Merkmale:
- Feindkontakt wird gesucht
- hohe Feuerkraft und Durchsetzungsfähigkeit
- klare Angriffsplanung
Typisch:
- stärker bewaffnet
- strukturierte Gliederung (Angriff, Sicherung, Unterstützung)
2.3 Sicherungspatrouille (Security Patrol)
Ziel: Schutz eigener Kräfte und Räume
Aufgaben:
- Sicherung von Basen, Konvois oder Gebieten
- Präsenz zeigen
- Bedrohungen früh erkennen
Merkmale:
- Feindkontakt vermeiden oder verzögern
- Schwerpunkt auf Abschreckung und Kontrolle
Typisch:
- regelmäßige Routen
- Mischung aus mounted und dismounted
häufige Checks von Schlüsselpunkten
3. Vorbereitung einer Patrouille
Die Patrouillenart bestimmt die gesamte Planung:
Befehlserteilung:
Klare Festlegung der Patrouillenart im Auftrag
Gliederung:
Aufklärungspatrouille → i.d. R. kleine, flexible Teams
Gefechtspatrouille → starke Kampfelemente
Sicherungspatrouille → ausgewogene Kräfte
Marschroute:
- Recon → verdeckt, unauffällig
- Combat → taktisch vorteilhaft für Angriff
- Security → Präsenz zeigen, Schlüsselräume abdecken
Sammelraum: Vorbereitung und Koordination
Points of Interest (POI): Besonders relevant für Recon und Security
Vulnerable Points: Kritisch für alle Patrouillenarten, insbesondere bei Combat Patrols
4. Pack- und Beladungsplanung gemäß Auftrag
Die Beladung richtet sich stark nach der Patrouillenart:
Aufklärungspatrouille:
- leichte Ausrüstung
- Fokus auf Kommunikation & Beobachtung
- geringe Signatur
Gefechtspatrouille:
- hohe Munitionslast
- schwere Waffen / Unterstützung
- medizinische Kapazitäten
Sicherungspatrouille:
- ausgewogene Ausrüstung
- Mittel zur Kontrolle (z. B. Checkpoints)
Durchhaltefähigkeit
Grundsatz:
Der Auftrag (Patrouillenart) bestimmt die Ausrüstung.
Die Fahrzeuge sind generell gemäß des intern abgestimmten Materials aufzurüsten.
Material:
- 2x Benzin (Kanister)
- Sanitätsmaterial (SanMat)
Munition (Multikaliber, LAT)
5. Verhalten auf dem Marsch
Das Verhalten unterscheidet sich je nach Patrouillentyp:
Aufklärungspatrouille:
- verdeckte Bewegung
- Kontakt vermeiden
- Beobachtung priorisieren
Gefechtspatrouille:
- aggressive Bewegung
- vorbereitete Reaktion auf Kontakt
- Initiative behalten
Sicherungspatrouille:
- kontrollierte Bewegung
- Präsenz zeigen
wachsam bleiben
Die Sicherungsbereiche sind patrouillenartunabhängig einzuhalten.
Standardreaktionen bei Feindkontakt (für alle gleich):
Contact Front – Feind voraus bekämpfen oder ausweichen
Contact Side – Kräfte zur Bedrohungsseite ausrichten
Contact Rear – rückwärtige Sicherung herstellen
6. Verhalten bei Ankunft am Ziel
Unabhängig von der Patrouillenart:
Wagenburg (bei mounted): Defensiver Fahrzeugkreis
360° Sicherung: Sofortige Rundumsicherung
KFZ-Abstellplatz: Gedeckt und taktisch sinnvoll (in Fluchtrichtung parken)
Patrouillenspezifisches Verhalten:
Aufklärungspatrouille:
- Beobachtung aufnehmen
- Meldung absetzen
- unnötigen Kontakt vermeiden
Gefechtspatrouille:
- Angriff vorbereiten oder durchführen
- Ziel aktiv bekämpfen
Sicherungspatrouille:
- Raum sichern
- Kontrollpunkte einrichten
Präsenz zeigen
7. Abschluss
Das Verständnis der verschiedenen Patrouillenarten ist entscheidend für den Einsatzerfolg.
Kernpunkte:
- Jede Patrouillenart hat ein anderes Ziel
- Planung, Ausrüstung und Verhalten müssen angepasst werden
- Standardverfahren (z. B. Reaktion auf Kontakt) bleiben gleich
Nur durch konsequente Anwendung und Übung können die Unterschiede sicher umgesetzt werden.
-Praktischer Teil der Ausbildung: Patrouille gem. Auftrag durchführen-