MEU-TRM-07/26 Radio Communication
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Simon Pierce -
September 2, 2026 at 6:12 AM -
34 min read -
- UNCLASSIFIED
- VORWORT
- CHAPTER - 1. KOMMUNIKATIONSSYSTEM IN ARMA REFORGER
- CHAPTER - 2. FUNKNETZE UND KOMMUNIKATIONSORGANISATION
- CHAPTER - 3. CALLSIGNS UND FUNKIDENTIFIKATION
- CHAPTER - 4. HERSTELLEN UND FÜHREN EINER FUNKVERBINDUNG
- CHAPTER - 5. PROWORDS UND STANDARDISIERTE FUNKSPRACHE
- CHAPTER - 6. TAKTISCHE MELDUNGEN
- CHAPTER - 7. FUNKDISZIPLIN
- CHAPTER - 8. COMMUNICATIONS SECURITY
- CHAPTER - 9. CONFLICT: HQ COMMANDER
- CHATPER - 10. VERWEISE
- CHAPTER - 11. BEGRIFFE UND ABKÜRZUNGEN
- CHAPTER - 12. VERANTWORTLICHKEITEN
- CHAPTER - 13. ANHÄNGE
- CHATPER - 14. ÄNDERUNGSHISTORIE
VORWORT
Kommunikation ist eine wesentliche Voraussetzung für militärische Führung. Ein Element kann nur dann koordiniert handeln, wenn Informationen über die eigene Lage, die Lage des Gegners, erhaltene Aufträge und notwendige Unterstützungsmaßnahmen zwischen den beteiligten Kräften ausgetauscht werden können. Funkkommunikation stellt dabei die Verbindung zwischen räumlich getrennten Marines und ihren Führungselementen her und ist damit ein wesentlicher Bestandteil von Command and Control (C2). Innerhalb der 27th Marine Expeditionary Unit wird Funkkommunikation deshalb nicht ausschließlich als technische Bedienung eines Funkgerätes verstanden. Ein Marine muss nicht nur wissen, welche Taste zur Übertragung gedrückt werden muss. Er muss ebenso verstehen, welche Information übertragen werden soll, wer diese Information benötigt, welcher Funkkreis dafür vorgesehen ist und wie die Meldung so formuliert wird, dass sie schnell und eindeutig verstanden werden kann.
Dieses Training and Reference Manual verbindet hierzu die technischen Kommunikationsmöglichkeiten von ArmA Reforger mit Funkgrundsätzen und Verfahren, die sich an Veröffentlichungen des United States Marine Corps orientieren. Reale militärische Verfahren werden dabei nicht ungeprüft übernommen. Sie werden dort angewendet, wo sie innerhalb der Spielumgebung sinnvoll umgesetzt werden können, und an die technischen Grenzen und Möglichkeiten von ArmA Reforger angepasst.
Die Grundlage jeder Funkkommunikation in ArmA Reforger bilden drei Anforderungen: CLEAR – CONCISE – CORRECT
- CLEAR - bedeutet, dass eine Meldung eindeutig und verständlich formuliert wird. Der Empfänger soll nicht erraten müssen, was der Sender ausdrücken wollte.
- CONCISE - bedeutet, dass nur die Informationen übertragen werden, die für den Empfänger tatsächlich notwendig sind. Funkzeit ist eine begrenzte Ressource. Lange und unnötige Übertragungen verhindern, dass andere Funkstellen wichtige Meldungen absetzen können.
- CORRECT - bedeutet, dass übermittelte Informationen so weit wie möglich sachlich richtig sein müssen. Eine kurze falsche Meldung kann für die Führung gefährlicher sein als eine etwas später übermittelte, aber überprüfte Information.
Vor jeder Übertragung gilt zusätzlich: LISTEN – THINK – TRANSMIT Der Marine hört zunächst den Funkkreis ab, überlegt anschließend, was er wem melden muss, und beginnt erst danach mit seiner Übertragung.
CHAPTER - 1. KOMMUNIKATIONSSYSTEM IN ARMA REFORGER
1.1 Grundverständnis
ArmA Reforger stellt mehrere voneinander unabhängige, aber miteinander kombinierbare Kommunikationsmittel zur Verfügung. Dazu gehören die unmittelbare Sprachkommunikation über Proximity Voice, persönliche Handheld Radios, leistungsfähigere Manpack Radios, Textkommunikation, Kartenmarker, visuelle Kommunikationsmittel und spielmechanische Command-and-Control-Funktionen. Keines dieser Systeme stellt für sich allein das vollständige Kommunikationssystem dar. Ihre taktische Bedeutung entsteht vielmehr aus ihrem gemeinsamen Einsatz. Ein Fire Team kann beispielsweise lokal über Proximity Voice geführt werden, während der Squad Leader gleichzeitig über Funk Verbindung zum Platoon hält. Eine erkannte Feindstellung kann über Funk gemeldet und anschließend durch einen Marker auf der Karte dargestellt werden. Im Conflict: HQ Commander kann dieselbe Information schließlich Grundlage für einen Auftrag oder eine Unterstützungsanforderung werden. Für die Ausbildung gilt deshalb: USE THE RIGHT COMMUNICATION METHOD FOR THE RIGHT INFORMATION.
Nicht jede Information gehört auf den Funk. Nicht jede Information gehört auf die Karte. Und nicht jede Information muss bis zum höchsten Führungselement weitergegeben werden.
1.2 Proximity Voice
Proximity Voice stellt die unmittelbare Sprachkommunikation zwischen Personen in räumlicher Nähe dar. Die Stimme des Spielers wird dabei in der Umgebung seines Charakters wiedergegeben und kann sowohl von eigenen als auch von gegnerischen Spielern gehört werden. Innerhalb eines Fire Teams ist Proximity Voice deshalb das bevorzugte Mittel für unmittelbare taktische Koordination. Kurze Bewegungsbefehle, Warnungen, Hinweise auf Ziele, Koordination bei Feuer und Bewegung oder die Zusammenarbeit bei einer Verwundetenversorgung müssen nicht unnötig über einen Funkkreis übertragen werden, wenn sich die beteiligten Marines unmittelbar nebeneinander befinden.
Typische Meldungen sind beispielsweise:
- „Alpha, steht.“
- „Bravo, geht.“
- „Kontakt vorn.“
- „Corpsman, zu mir.“
- „Lade (Magazin).
Die Verwendung von Proximity Voice reduziert die Belastung der Funkkreise. Gleichzeitig muss berücksichtigt werden, dass die Stimme eine taktische Signatur erzeugt. Ein Marine, der während einer verdeckten Annäherung unnötig spricht, kann dadurch gegnerische Kräfte auf die Anwesenheit seines Elements aufmerksam machen.
Bedienung
Auf dem PC kann Proximity Voice durch zweimaliges Betätigen von T umgeschaltet werden. Individuell veränderte Steuerungseinstellungen können von den dargestellten Standardbelegungen natürlich abweichen.
1.3 Handheld Radio
Das Handheld Radio stellt das primäre persönliche Funkmittel eines Marines dar. Es ermöglicht die Kommunikation mit anderen Funkstellen über Entfernungen, auf denen Proximity Voice nicht mehr ausreichend ist. Innerhalb der 27th Marine Expeditionary Unit wird das Handheld Radio hauptsächlich für taktische Funkkreise auf Squad- und Platoon-Ebene verwendet. Welche Funkstelle tatsächlich erreicht werden kann, hängt von der verwendeten Funkkonfiguration, der eingestellten Frequenz, der technischen Kompatibilität und der Reichweite des jeweiligen Funkgerätes ab.
Push-to-Talk
Die Übertragung erfolgt immer über den aktuell aktiven Funkkanal. Beim Senden soll die PTT-Taste vollständig betätigt werden, bevor gesprochen wird. Ebenso soll die Taste nicht bereits während des letzten Wortes losgelassen werden. Dadurch wird verhindert, dass Teile einer Meldung abgeschnitten werden. Für die Ausbildung wird folgender Ablauf angewendet:
PRESS – PAUSE – SPEAK – PAUSE – RELEASE
Die Pausen müssen nur kurz sein. Ziel ist kein künstlich langsamer Funkverkehr, sondern eine saubere Übertragung.
1.4 Radio Select Menu
Das Radio Select Menu bildet die zentrale Bedienoberfläche für die Verwaltung der Funkkanäle eines Spielers.
Über dieses Menü kann überprüft werden, welche Funkkanäle zur Verfügung stehen, welcher Kanal aktiv ist und welche Frequenzen beziehungsweise Presets eingestellt wurden. Der Marine muss sich deshalb angewöhnen, bei Kommunikationsproblemen zunächst seine eigene Funkkonfiguration zu überprüfen, bevor er von einem technischen Fehler oder einem Ausfall der Gegenstelle ausgeht.
1.5 Das Zwei-Kanal-System
ArmA Reforger ermöglicht das gleichzeitige Überwachen von zwei eingestellten Funkkanälen. Diese Funktion ist insbesondere für Führungskräfte von großer Bedeutung, da sie dadurch einen unterstellten und einen übergeordneten Funkkreis gleichzeitig überwachen können.
Beispiel:
CHANNEL 1
- SQUAD NET
- AKTIV
CHANNEL 2
- PLATOON NET
- MITHÖREN
Der Squad Leader kann in dieser Konfiguration sowohl den Squad Net als auch den Platoon Net hören. Gesendet wird jedoch ausschließlich über den als AKTIVE ausgewählten Kanal. Das führt zu einem wichtigen Grundsatz: HEARING A NET DOES NOT MEAN YOU ARE TRANSMITTING ON THAT NET.
Vor einer Meldung an eine andere Führungsebene muss deshalb geprüft werden, welcher Kanal gerade aktiv ist.
Schneller Kanalwechsel
Ein Squad Leader kann beispielsweise vom Squad Net auf den Platoon Net wechseln, seine Meldung übertragen und anschließend wieder auf seinen Primary Net zurückschalten. Nach jedem solchen Wechsel soll bewusst überprüft werden, welcher Kanal nun aktiv ist. Eine der häufigsten vermeidbaren Fehlerquellen im Funkbetrieb besteht darin, eine Meldung auf dem falschen Funkkreis abzusetzen.
1.6 Frequenzen
Eine Funkfrequenz bestimmt, auf welchem technischen Kanal ein Funkgerät arbeitet. Zwei Funkstellen können nicht allein deshalb miteinander kommunizieren, weil beide ein Funkgerät besitzen. Die technische Konfiguration muss miteinander vereinbar sein.
Die Frequenz wird über das Radio Select Menu verändert.
Die verfügbaren Frequenzbereiche und Schrittweiten unterscheiden sich je nach Funkgerät. Für den normalen Marine ist deshalb weniger entscheidend, sämtliche technischen Werte auswendig zu kennen, als die ihm zugewiesenen Frequenzen korrekt einstellen und überprüfen zu können. Innerhalb der 27th Marin Expeditionary werden Frequenzen durch den jeweiligen Communications Plan festgelegt. Einzelne Marines ändern ihre Frequenz nicht eigenmächtig, sofern dies nicht durch das vorgesehene Ausfallverfahren erforderlich oder durch eine Führungskraft angeordnet wurde.
1.7 Presets
Presets ermöglichen die schnelle Auswahl vorbereiteter Funkkanäle.
Presets reduzieren die notwendige Bedienungszeit, dürfen jedoch nicht dazu führen, dass Marines ihre Funkkonfiguration nicht mehr verstehen. Ein Marine muss weiterhin erkennen können, welchen Funkkreis er benötigt, welcher Kanal aktiv ist und ob seine Konfiguration mit dem Communications Plan übereinstimmt.
1.8 Radio Power
Ein ausgewählter Funkkanal kann ein- oder ausgeschaltet werden.
Ein versehentlich ausgeschalteter Kanal kann den Eindruck eines vollständigen Kommunikationsausfalls erzeugen. Der Power Status gehört deshalb zu den ersten Punkten, die bei einer gestörten Verbindung kontrolliert werden.
1.9 Manpack Radio
Manpack Radios ermöglichen im Vergleich zu Handheld Radios zusätzliche beziehungsweise weiterreichende Funkverbindungen und verfügen abhängig vom jeweiligen Gerät über andere technische Eigenschaften und Frequenzbereiche. Innerhalb der 27th Marine Expeditionary Unit sind Manpack Radios insbesondere für Marines relevant, die mehrere Führungsebenen miteinander verbinden müssen. Dazu können Platoon Command, Company Command, Radio Operators sowie Elemente gehören, die Aviation, Logistics oder Combat Support koordinieren. Ein Platoon Command Element kann beispielsweise sein Handheld Radio für den Platoon Tactical Net verwenden und gleichzeitig über ein Manpack Radio Verbindung zum Company Command Net halten.
Manpack Transmission
Wird das Manpack selbst als aktiver Kanal ausgewählt, kann auch die normale Radio-PTT verwendet werden. Die separate Manpack-PTT ist besonders dann relevant, wenn Handheld und Manpack gleichzeitig eingesetzt werden.
1.10 Text Communication
Textkommunikation stellt eine ergänzende Kommunikationsmöglichkeit dar. Sie kann Informationen übermitteln, wenn Sprachkommunikation nicht möglich oder nicht zweckmäßig ist. ArmA Reforger stellt unterschiedliche Textkanäle bereit, darunter Global, Faction, Group, Vehicle und Local. Vor dem Absenden einer Nachricht muss deshalb überprüft werden, welcher Kanal ausgewählt ist.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Global Chat. Taktische Informationen, Bewegungen, Objective-Bezeichnungen oder andere relevante Informationen dürfen nicht versehentlich über einen Kanal übertragen werden, der auch gegnerischen Spielern zugänglich ist.
1.11 Command Menu und visuelle Kommunikation
Squad Leader können in ArmA Reforger zusätzlich das Command Menu verwenden.Darstellung
Über dieses System können spielmechanische Befehle ausgegeben werden, die unter anderem durch Gesten, Sprachzeilen und 3D-Markierungen unterstützt werden. Diese Funktionen ersetzen den Funk nicht. Sie ergänzen ihn. Ein Squad Leader kann beispielsweise einen kurzen Bewegungsbefehl über Funk oder Proximity Voice geben und das beabsichtigte Ziel anschließend durch einen visuellen Marker verdeutlichen.
CHAPTER - 2. FUNKNETZE UND KOMMUNIKATIONSORGANISATION
2.1 Radio Network
Ein Radio Network (Radio Net) ist ein organisierter Funkkreis, über den bestimmte Funkstellen miteinander kommunizieren. Ein Funknetz wird nicht allein durch eine gemeinsame Frequenz definiert. Es besitzt einen bestimmten Zweck, festgelegte Teilnehmer und eine Führungsfunktion. Die USMC-orientierte Betrachtung eines Funknetzes ist für die 27th besonders wichtig, weil dadurch verhindert wird, dass sämtliche Teilnehmer einer Operation auf einem einzigen Funkkanal miteinander sprechen. Ein überlasteter Funkkreis erschwert Führung und kann dazu führen, dass zeitkritische Informationen nicht übertragen werden können.
Ein Communications Plan muss deshalb festlegen, wer mit wem über welchen Net kommuniziert.
2.2 Funkorganisation der 27th MEU
Die Kommunikationsstruktur folgt grundsätzlich der Führungsorganisation der MAGTF.
Die Darstellung bedeutet nicht, dass jede Information sämtliche Ebenen durchlaufen muss. Im Gegenteil: Ein wesentlicher Bestandteil guter Funkorganisation besteht darin, Informationen nur so weit weiterzugeben, wie sie für Führung und Lageverständnis tatsächlich relevant sind. Eine Beobachtung eines Rifleman wird zunächst innerhalb seines Elements gemeldet. Der Squad Leader bewertet, ob diese Information für den Platoon Commander relevant ist. Dieser wiederum entscheidet, ob sie für Company oder MEU Command von Bedeutung ist.
Dadurch entsteht ein Informationsfilter, der höhere Funkkreise vor unnötigem Verkehr schützt.
2.3 Tactical Nets
Tactical Nets dienen der unmittelbaren Führung eines taktischen Elements. Hier werden Bewegungen koordiniert, Contact Reports übermittelt, Statusmeldungen abgegeben und taktische Befehle weitergegeben. Ein Squad Net soll grundsätzlich für Informationen verwendet werden, die für den Squad relevant sind. Ein Platoon Net dient dagegen der Koordination zwischen Platoon Command und den unterstellten Elementen. Eine Meldung wird nicht deshalb auf einen höheren Funkkreis übertragen, weil dieser „wichtiger“ erscheint. Entscheidend ist, wer die Information benötigt.
Teilnehmer Platoon Net:
Platoon Commander
1st Squad Leader
2nd Squad Leader
...
Teilnehmer Squad Net:
Squad Leader
Fire Team Leader
Fire Team Marines
Teilnehmer Team Net:
Fire Team Leader
Fire Team Marines
2.4 Command Nets
Command Nets verbinden Führungselemente miteinander. Sie sollen ein Lagebild ermöglichen und die Übermittlung von Befehlen, Koordinierungsmaßnahmen und wesentlichen Statusinformationen unterstützen. Da Command Nets mehrere unterstellte Elemente verbinden können, ist dort besonders auf Funkdisziplin zu achten. Eine längere Unterhaltung über ein lokales Problem eines einzelnen Fireteams kann den Funkkreis blockieren, während ein anderes Element versucht, eine zeitkritische Meldung abzusetzen.
Teilnehmer:
Company Comander
Platoon Commander
2.5 Support Nets
Abhängig von Größe und Art einer Operation können zusätzliche Funkkreise für Unterstützungsaufgaben eingerichtet werden. Dazu können Aviation, Logistics, Medical oder Combat Support gehören. Die Einrichtung solcher Netze soll nicht zu unnötiger Komplexität führen. Ein zusätzlicher Funkkreis ist nur sinnvoll, wenn dadurch tatsächlich Kommunikationsverkehr getrennt und Führung verbessert wird. Die konkrete Net-Struktur wird deshalb missionsbezogen im Communications Plan festgelegt.
2.6 Primary und Secondary Net
Der Primary Net ist der Funkkreis, auf dem ein Element normalerweise geführt wird. Der Secondary Net stellt eine zusätzliche Verbindung dar, die parallel überwacht oder bei Bedarf verwendet wird. Ein Squad Leader kann beispielsweise folgende Konfiguration verwenden:
CHANNEL 1
- SQUAD NET
- PRIMARY / AKTIV
CHANNEL 2
- PLATOON NET
- SECONDARY / MITHÖREN
Dadurch bleibt der Squad Leader für seine Marines erreichbar und kann gleichzeitig die übergeordnete Führung überwachen. Die technische Möglichkeit, mehrere Netze zu hören, darf jedoch nicht zu einer organisatorischen Vermischung führen. Meldungen gehören weiterhin auf den Funkkreis, für den sie bestimmt sind.
2.7 Net Control Station
Die Net Control Station (NCS) ist die kontrollierende Funkstelle eines Funknetzes. Ihre Aufgabe besteht darin, einen geordneten Betrieb des Netzes zu unterstützen und sicherzustellen, dass der Funkkreis entsprechend seiner vorgesehenen Funktion genutzt werden kann. Zu den Aufgaben können die Eröffnung und Kontrolle eines Funkkreises, die Koordination von Teilnehmern, die Behandlung von Prioritätsverkehr sowie die Umsetzung angeordneter Änderungen des Funkplans gehören. Innerhalb einer MilSim-Operation muss die NCS-Funktion nicht unnötig formalisiert werden. Entscheidend ist, dass klar erkennbar ist, welches Führungselement für den jeweiligen Funkkreis verantwortlich ist.
CHAPTER - 3. CALLSIGNS UND FUNKIDENTIFIKATION
3.1 Zweck von Callsigns
Callsigns dienen der eindeutigen Identifikation von Funkstellen. Sie ermöglichen es, Sender und Empfänger einer Meldung zu bestimmen, ohne Spielernamen, Funktion, Verwendung oder unnötige persönliche Informationen zu verwenden. Im taktischen Funkverkehr wird deshalb nicht gerufen „Dosenkohl, kannst du mich hören?“ sondern beispielsweise:
- ENGLISCH: „Bravo, this is Alpha, over.“
- DEUTSCH: „Bravo, hier Alpha, kommen.“
Ein funktionierendes Callsign-System muss einfach genug sein, dass jeder Marine seine eigene Funkidentität und die für ihn wichtigsten Gegenstellen kennt.
3.2 Aufbau
Die konkrete Struktur der Callsigns wird durch die 27th beziehungsweise den jeweiligen Communications Plan bestimmt. Ein Callsign kann dabei eine Organisation, ein Element oder eine bestimmte Führungsfunktion kennzeichnen. Beispielhaft kann ein Schema wie folgt aussehen:
REAPER 1 - Zugführung, 1. Zug
├── REAPER 1-1 - 1. Gruppe
├── REAPER 1-2 - 2. Gruppe
└── REAPER 1-3 - 3. Gruppe
├── REAPER 1-3-A - Alpha Team
├── REAPER 1-3-B - Bravo Team
└── REAPER 1-3-C - Charlie Team
Die Bedeutung einer Ziffer oder Erweiterung darf jedoch nicht allein aus Gewohnheit angenommen werden. Sie muss innerhalb des jeweiligen Plans eindeutig definiert sein.
3.3 Actual
Die Ergänzung ACTUAL bezeichnet den tatsächlichen Führer hinter einer Funkstelle. Wird beispielsweise ein Command Element über ein allgemeines Callsign angesprochen, kann die Ergänzung Actual verwendet werden, wenn ausdrücklich der Commander selbst verlangt wird. Ein Radio Operator oder anderes Mitglied des Command Elements ist nicht automatisch „Actual“, nur weil er das Funkgerät des Headquarters bedient. Die Unterscheidung ist wichtig, weil ein Funkgerät beziehungsweise ein Callsign eine organisatorische Funkstelle repräsentieren kann, während „Actual“ eine bestimmte Führungsfunktion bezeichnet.
CHAPTER - 4. HERSTELLEN UND FÜHREN EINER FUNKVERBINDUNG
4.1 Vorbereitung
Vor Beginn einer Operation überprüft jeder Marine seine Kommunikationsausrüstung. Ziel ist, Fehler zu erkennen, bevor das Element den Bereitstellungsraum verlässt. Der Marine kontrolliert insbesondere, ob das benötigte Funkgerät vorhanden und eingeschaltet ist, ob Primary und Secondary Net korrekt eingestellt sind, welcher Kanal aktiv ist und ob Callsign sowie relevante Gegenstellen bekannt sind.
Ein vollständiger Pre-Operation Check umfasst mindestens:
[ ] RADIO AUFGENOMMEN
[ ] RADIO ANGESCHALTET
[ ] PRIMARY NET BEKANNT
[ ] PRIMARY FREQUENZ EINGESETELLT
[ ] SECONDARY NET BEKANNT
[ ] SECONDARY FREQUENZ EINGESETELLT
[ ] ACTIVE CHANNEL VERIFIZIERT
[ ] EIGENES CALLSIGN BEKANNT
[ ] NCS BEKANNT
[ ] PTT FUNCTION GETESTET
[ ] RADIO CHECK VOLLSTÄNDIG
4.2 Listen – Think – Transmit
Bevor die PTT-Taste betätigt wird, hört der Marine zunächst den Funkkreis ab. Dadurch wird verhindert, dass eine bereits laufende Meldung übersprochen wird. Anschließend wird die eigene Meldung gedanklich vorbereitet. Der Marine sollte bereits wissen, was er sagen möchte, bevor er mit der Übertragung beginnt. Erst danach wird gesendet. Dieses Verfahren reduziert unnötige Pausen, Füllwörter und Korrekturen und führt langfristig zu deutlich ruhigerem Funkverkehr.
Beispiel:
SITUATION: Bravo 1 befindet sich auf einem Marsch in Richtung Süd auf Objektiv MANHATTEN. Sie verursachen einen Unfall und müssen ihre Marschbereitschaft erneut herstellen.
LISTEN: Es läuft ein aktives Gespräch im Funkkreis, Bravo 1 wartet, bis dieses beendet ist.
THINK: Da Bravo 1 die Ausgangsposition nicht Pünktlich erreicht, sollte eine Meldung abgesetzt werden um neue Koordinierung zu ermöglichen.
TRANSMIT: „Reaper 1, this is 1-1, over.“ | „This is Reaper 1, send it.“ | „Reaper 1-1 need 10 Mike to MANHATTEN, Crash at Charlie +1, -5, over“ | „Roger Reaper 1-1, over“ | „ more to follow, out.“
4.3 Grundaufbau einer Übertragung
Eine einfache Funkverbindung kann nach folgendem Grundschema aufgebaut werden: RECIPIENT – THIS IS – SENDER – MESSAGE – OVER Bei komplexeren Meldungen kann zunächst eine Verbindung hergestellt werden und unter Gefechtsbedingungen kann dieses Verfahren verkürzt werden. Standardisierung soll Kommunikation beschleunigen und nicht verhindern.
Beispiel im Team Net:
- ENGLISCH: „Three, this is one. SITREP, over.“
- DEUTSCH: „Drei, hier Eins, STATUS, kommen.“
Beispiel im Squad Net:
- ENGLISCH: „Bravo, this is Actual. SITREP, over.“
- DEUTSCH: „Bravo, hier Actual, STATUS, kommen.“
Beispiel im Platoon NET:
- ENGLISCH: „Reaper 1-1-Bravo, this is Reaper 1. SITREP, over.“
- DEUTSCH: „Reaper 1-1-Bravo,, hier Reaper 1, Frage: STATUS, kommen.“
4.4 Radio Check
Ein Radio Check dient der Feststellung, ob zwei Funkstellen miteinander kommunizieren können und wie verständlich die Übertragung ist.
ENGLISCH:
- Anruf: „Reaper 1-1, this is Reaper 1, Radio check, over.“
- Antwort: „Reaper 1, this is Reaper 1-1, 5 by 5, over.“
- Abschluss: „Reaper 1-1, this ist Reaper 1, also 5 by 5, out.“
DEUTSCH:
- Anruf: „Reaper 1-1, hier Reaper 1, Radio check, kommen.“
- Antwort: „Reaper 1, hier Reaper 1-1, 5 von 5, kommen.“
- Abschluss: „Reaper 1-1, hier Reaper 1, ebenfalls 5 von 5, Ende.“
Radio Checks werden nicht unnötig wiederholt. Hat unmittelbar zuvor eine eindeutige Funkübertragung stattgefunden, ist bereits festgestellt, dass eine Verbindung besteht.
CHAPTER - 5. PROWORDS UND STANDARDISIERTE FUNKSPRACHE
5.1 Grundlagen
Prowords (Procedure Words) sind standardisierte Wörter oder Wortgruppen mit festgelegter Bedeutung im Funkverkehr. Ihr Zweck besteht darin, häufig wiederkehrende Informationen und Anweisungen eindeutig und mit möglichst wenig Funkzeit zu übertragen. Prowords sollen nicht verwendet werden, um gewöhnliche Sprache künstlich militärisch erscheinen zu lassen. Ihr Nutzen liegt ausschließlich darin, Kommunikation verständlicher und eindeutiger zu machen. Unter Gefechtsbedingungen gilt deshalb weiterhin: CLARITY BEFORE FORMALITY.
5.2 Identifikation
5.3 Bestätigung und Ausführung
ROGER und WILCO werden nicht unnötig kombiniert. WILCO beinhaltet bereits, dass die Anweisung empfangen und verstanden wurde.
5.4 Empfang und Verständlichkeit
ArmA Reforger verwendet beispielsweise eine Bewertung wie: „You are coming in three by five.“ Dabei kennzeichnet eine höhere Bewertung eine bessere Verständlichkeit.
5.5 Wiederholung
Soll eine gewöhnliche Funkmeldung erneut gesprochen werden, wird SAY AGAIN verwendet. „Bravo 1, say again last transmission, over.“ REPEAT wird hierfür nicht verwendet. ArmA Reforger weist ausdrücklich darauf hin, dass REPEAT im militärischen Zusammenhang mit Call-for-Fire-Verfahren (AACFF) eine besondere Bedeutung besitzen kann.
5.6 Korrektur und Überprüfung
Erkennt der Sender während seiner eigenen Meldung einen Fehler, muss er nicht vollständig neu beginnen.
- ENGLISCH: „Grid 1234 5678 – correction – Grid 1234 5687“
- DEUTSCH: „Grid 1234 5678 – korrektur – Grid 1234 5687“
READ BACK wird insbesondere dort eingesetzt, wo eine falsch verstandene Information erhebliche Auswirkungen haben kann, beispielsweise bei Koordinaten oder anderen kritischen Angaben.
5.7 Unterbrechung und Warten
BREAK BREAK BREAK wird nicht für gewöhnliche Meldungen verwendet. Der Ausdruck signalisiert, dass laufender Funkverkehr sofort unterbrochen werden muss, damit eine dringende Meldung übertragen werden kann.
5.8 Funkstille
RADIO SILENCE weist Funkstellen an, den normalen Funkverkehr einzustellen beziehungsweise den Funkkreis freizuhalten. Eine angeordnete Funkstille wird nicht für Routinekommunikation gebrochen. Die genauen Ausnahmen richten sich nach dem Communications Plan beziehungsweise der Situation.
5.9 Abschluss einer Übertragung
OVER und OUT besitzen entgegengesetzte Bedeutungen.
5.10 ArmA Reforger Standard Terms
ArmA Reforger nennt zusätzlich mehrere gebräuchliche Ausdrücke, die keine vollständigen militärischen Funkverfahren ersetzen, aber im Spiel häufig verwendet werden.
Diese Begriffe werden im Training als ergänzender Funkwortschatz behandelt und von eigentlichen Prowords unterschieden.
CHAPTER - 6. TAKTISCHE MELDUNGEN
6.1 Grundsatz
Eine taktische Meldung soll dem Empfänger die Informationen geben, die er benötigt, um eine Entscheidung zu treffen. Eine Meldung ist deshalb nicht automatisch besser, weil sie länger oder formeller ist. Insbesondere bei Feindkontakt muss zwischen Geschwindigkeit und Vollständigkeit abgewogen werden. Ein Squad Leader benötigt eine unmittelbare Warnung vor einem Gegner in 50 Metern Entfernung schneller als einen vollständig ausgearbeiteten Bericht.
6.2 Contact Report
Ein Contact Report informiert über erkannte gegnerische Kräfte. Eine zweckmäßige Meldung enthält abhängig von der Situation insbesondere Informationen über:
- Richtung oder Position,
- Entfernung,
- Art des Gegners,
- ungefähre Stärke,
- Aktivität oder Bewegung.
Beispiel:
- „Reaper 1, this is Reaper 1-1. Contact north-east, 300 meters, enemy infantry, squad strength, moving south. Over.“
Unter unmittelbarem Beschuss kann zunächst eine verkürzte Warnung erfolgen:
- „Contact north! Enemy squad, 100 meters!“
Weitere Informationen werden anschließend übermittelt, sobald die Lage dies zulässt.
6.3 Situation Report
Ein SITREP – Situation Report informiert eine Führungskraft über den aktuellen Zustand eines Elements. Abhängig von der Situation kann ein SITREP Informationen über Position, Auftrag, Feindlage, eigene Lage, Casualties, Munition, Fahrzeuge und Unterstützungsbedarf enthalten.
Beispiel:
- „Reaper 1, this is Reaper 1-1. SITREP. Objective Mississippi secured. One casualty. Ammunition approximately sixty percent. Enemy withdrawing north. Over.“
Der Empfänger soll aus einem SITREP erkennen können, was das Element erreicht hat, in welchem Zustand es sich befindet und ob weitere Maßnahmen erforderlich sind.
CHAPTER - 7. FUNKDISZIPLIN
7.1 Zweck
Funkdisziplin bedeutet nicht, möglichst wenig zu sprechen. Sie bedeutet, den Funkkreis so zu verwenden, dass notwendige Informationen zuverlässig übertragen werden können. Ein Marine hört vor dem Senden, verwendet den richtigen Funkkreis, spricht verständlich und beendet seine Übertragung, sobald die notwendige Information vermittelt wurde. ArmA Reforger empfiehlt ausdrücklich, Kommunikation klar, relevant und kurz zu halten und einen Platoon Net nicht mit Informationen zu belasten, die nur ein einzelnes Element betreffen.
7.2 Informationsrelevanz
Vor einer Meldung soll der Marine gedanklich drei Fragen beantworten:
- Wer benötigt diese Information?
- Wie dringend ist sie?
- Welcher Funkkreis ist dafür vorgesehen?
Dadurch bleibt lokale Kommunikation lokal, Squad-Kommunikation im Squad und nur tatsächlich relevante Informationen erreichen Platoon oder höhere Führungsebenen.
CHAPTER - 8. COMMUNICATIONS SECURITY
8.1 Grundsatz
ArmA Reforger ermöglicht es gegnerischen Spielern, Kommunikation in bestimmten Situationen wahrzunehmen. Proximity Voice kann durch Gegner in der Umgebung gehört werden und erbeutete Funkgeräte können gegnerischen Kräften Einblick in Funkverkehr ermöglichen.
Deshalb gilt: ASSUME THE ENEMY IS LISTENING.
Dieser Grundsatz bedeutet nicht, dass jede Meldung verschlüsselt oder künstlich codiert werden muss. Er bedeutet, dass keine unnötigen Informationen übertragen werden.
8.2 Encryption
ArmA Reforger verwendet technische Encryption Keys als Teil seines Funksystems. Diese Mechanik bestimmt technisch, welche Funkgeräte miteinander kommunizieren können. Sie ist jedoch nicht mit der gesamten realen militärischen Communications Security (COMSEC) gleichzusetzen. Für dieses Manual wird deshalb unterschieden:
- Encryption | bezeichnet die technische Reforger-Mechanik.
- COMSEC | bezeichnet die organisatorischen und taktischen Maßnahmen zum Schutz der Kommunikation.
8.3 Objective Code Names
ArmA Reforger weist Objectives innerhalb von Conflict sessionspezifische Code Names zu. Diese sollen im Funk verwendet werden, anstatt unnötig die tatsächlichen Ortsnamen auf der Karte zu nennen.
- Beispiel: „Objective Mississippi“
- anstatt: „Montignac.“
Dadurch erhält ein mithörender Gegner nicht automatisch die genaue geographische Bedeutung einer Meldung. Ein Code Name stellt jedoch keinen absoluten Schutz dar. Wird durch den Kontext offensichtlich, welcher Ort gemeint ist, kann auch ein Code Name kompromittiert werden. Zudem sind die Code Names nur in Verbindung mit der eigenen Bewegung und nicht mit denen des Feindes zu nutzen, der Feind weiß auch selbst wo er ist.
8.4 Kompromittierter Funkkreis
Besteht der begründete Verdacht, dass ein Funkkreis durch den Gegner überwacht wird, wird die Situation an die zuständige Führung gemeldet. ArmA Reforger sieht ausdrücklich die Möglichkeit vor, bei kompromittierter Frequenz auf eine neu vereinbarte Frequenz zu wechseln. Ein solcher Wechsel muss koordiniert erfolgen. Ein Marine, der allein und ohne Anweisung seine Frequenz verändert, schützt nicht den Funkkreis – er trennt sich zunächst nur von seinem eigenen Element.
Communications-Electronics Operating Instructions (CEOI) / Sprechtafel
Eine Communications-Electronics Operating Instructions (CEOI), im deutschen auch Sprechtafel genannt, ist ein technisches Steuerungs- und Kommandodokument, dass der Koordination und technischen Regelung der militärischen Kommunikation dient. Eine CEOI enthält tagesaktuell oder für bestimmte Operationen gültige Sicherheitsparameter und Verbindungsinformationen, darunter:
- Frequenzen und Rufzeichen (Radio Call Signs) für FunkeinheitenTelefonverzeichnisse und Durchwahlnummern für Stäbe und Einheiten
- Codewörter und Tarnnamen für Operationen sowie Authentifizierungstabellen
- Visuelle und akustische Signale (wie Rauch-, Signal- oder Notzeichen)
- Vorgaben zur Funkdisziplin und elektronischen Kampfführung (z. B. EMCON – Emissionskontrolle)
Beispiel CEOI der 27th Marine Expeditionary Unit:
CHAPTER - 9. CONFLICT: HQ COMMANDER
9.1 Command and Control im HQC
Conflict: HQ Commander erweitert den normalen Reforger-Funk um ein übergeordnetes Command-and-Control-System. Der Commander ist dabei nicht lediglich ein weiterer Squad Leader, sondern bildet ein eigenes Führungselement und koordiniert die Operation der gesamten Fraktion. Der Commander soll deshalb grundsätzlich nicht versuchen, jeden einzelnen Marine unmittelbar zu führen. Die operative Führung erfolgt über Gruppen, Tasks, Support Requests und die Kommunikation mit den jeweiligen Führungskräften. Für die 27th MEU wird dieses Prinzip auf die eigene MAGTF-Struktur übertragen.
9.2 Rolle des Commanders
Der HQ Commander soll nach der offiziellen Reforger-Konzeption grundsätzlich in der Nähe des Headquarters bleiben und auf Meldungen sowie Veränderungen der Lage reagieren können. Für Führung im Feld kann unter bestimmten Bedingungen ein Mobile HQ verwendet werden. Kommunikation besitzt für diese Rolle besondere Bedeutung. ArmA Reforger empfiehlt dem Commander ausdrücklich, mehrere Funkgeräte beziehungsweise Gruppenfrequenzen zu überwachen und den Platoon-weiten Funk nicht mit Informationen zu überlasten, die nur einzelne Gruppen betreffen.
Dieses Prinzip entspricht unmittelbar der Funkorganisation der 27th MEU: INFORMATION IS DISTRIBUTED TO THE ELEMENT THAT NEEDS IT.
9.3 Tasks
Der Commander kann Gruppen Aufgaben zuweisen. Das Task-System stellt dabei eine digitale Form der Auftragserteilung und Lageführung dar. Eine digital zugewiesene Aufgabe muss nicht vollständig über Funk vorgelesen werden. Stattdessen kann der Squad Leader den Empfang kurz bestätigen und notwendige Einzelheiten klären. Das Task-System übermittelt den formalen Auftrag und dessen Position. Der Funk ermöglicht Rückfragen, Koordination und Lageinformationen.
Beispiel: „Command, this is Bravo 1. Task received. Moving to Objective Mississippi. Over.“
9.4 Support Requests
Support Requests ermöglichen es Gruppen, Unterstützungsbedarf an das Headquarters zu übermitteln. Für die 27th MEU sollen digitales System und Funk auch hierbei gemeinsam verwendet werden. Der digitale Request zeigt dem Commander wo Unterstützung benötigt wird. Die Funkmeldung erklärt warum sie benötigt wird und welche taktische Situation vorliegt.
Beispiel: „Command, this is Bravo 1. Support request submitted at Objective Mississippi. Enemy mechanized position blocking further movement. Over.“
9.5 Command Posts
Conflict: HQ Commander stellt unterschiedliche Führungs- und Unterstützungsfunktionen über das Headquarters bereit. Der Commander koordiniert darüber unter anderem Operations, Logistics und Combat Support. Für die 27th MEU bedeutet dies, dass das HQC-System als zusätzliche C2-Ebene verstanden wird. Es ersetzt nicht die vorhandene MAGTF-Kommunikationsstruktur, sondern bildet die Spielmechanik, über die Teile dieser Führung umgesetzt werden.
9.6 Informationsfluss
Ein vollständiger Informationsfluss kann beispielsweise folgendermaßen aussehen:
RIFLEMAN
│
│ Enemy vehicle observed
▼
FIRE TEAM LEADER
│
│ Confirms / evaluates
▼
SQUAD LEADER
│
│ Contact Report
▼
PLATOON COMMAND
│
│ Tactical assessment
▼
COMMAND
│
├── TASK
├── SUPPORT REQUEST
├── COMBAT SUPPORT
└── OPERATIONAL DECISION
Display More
Nicht jede Beobachtung muss Command erreichen. Jede Führungsebene filtert Informationen entsprechend ihrer Relevanz. Dadurch entsteht ein gemeinsames Lagebild, ohne dass höhere Funkkreise mit Detailinformationen überlastet werden.
CHATPER - 10. VERWEISE
- MCRP 3-40.3A - Multi-Service Tactics, Techniques, and Procedures for Tactical Radios
- ArmA Reforger - Boot Camp: Communications
- ArmA Reforger - Boot Camp: HQ Commander
- ArmA Reforger - Field Manual.
CHAPTER - 11. BEGRIFFE UND ABKÜRZUNGEN
CHAPTER - 12. VERANTWORTLICHKEITEN
CHAPTER - 13. ANHÄNGE
Radio Control Card - Tastenbelegung
Core Prowords - Standard Begriffe
ADVANCED – Radio Qualified / NCO
LEADER – Net Control / Command Personnel
Golden Rules - Grundregeln
1. LISTEN BEFORE YOU TRANSMIT.
Höre den Funkkreis ab, bevor du sendest.
2. THINK BEFORE YOU SPEAK.
Bereite deine Meldung vor, bevor du die PTT betätigst.
3. KNOW YOUR CALLSIGN.
Kenne deine eigene Funkidentität.
4. KNOW YOUR NET.
Kenne den Funkkreis, auf dem du geführt wirst.
5. KNOW YOUR ACTIVE CHANNEL.
Überprüfe, auf welchem Kanal du tatsächlich sendest.
6. USE PROXIMITY FOR LOCAL COMMUNICATION.
Belaste den Funk nicht mit Informationen, die lokal ausgetauscht werden können.
7. KEEP TRANSMISSIONS CLEAR, CONCISE AND CORRECT.
Sprich verständlich, kurz und sachlich richtig.
8. DO NOT OVERLOAD HIGHER NETS.
Übertrage nur Informationen, die für die jeweilige Führungsebene relevant sind.
9. CONFIRM CRITICAL INFORMATION.
Kritische Informationen müssen eindeutig verstanden werden.
10. ASSUME THE ENEMY IS LISTENING.
Übertrage keine unnötigen Informationen.
11. HAVE AN ALTERNATE.
Kenne das vorgesehene Ausweichverfahren.
12. COMMUNICATION ENABLES COMMAND AND CONTROL.
Funk ist kein Selbstzweck. Er dient der Führung.