MEU-TRM-07/26 Radio Communication

In kürze werden alle Ausbildungsinhalte sowie Dokumentationen in unser Wiki übernommen.
Contents [hideshow]
  1. VORWORT
  2. CHAPTER - 1. KOMMUNIKATIONSSYSTEM IN ARMA REFORGER
    1. 1 Grundverständnis
    2. 1.2 Proximity Voice
    3. 1.3 Handheld Radio
    4. 1.4 Radio Select Menu
    5. 1.5 Das Zwei-Kanal-System
    6. 1.6 Frequenzen
    7. 1.7 Presets
    8. 1.8 Radio Power
    9. 1.9 Manpack Radio
    10. 1.10 Text Communication
    11. 1.11 Command Menu und visuelle Kommunikation
  3. CHAPTER - 2. FUNKNETZE UND KOMMUNIKATIONSORGANISATION
    1. 2.1 Radio Network
    2. 2 Funkorganisation der 27th MEU
    3. 2.3 Tactical Nets
    4. 2.4 Command Nets
    5. 2.5 Support Nets
    6. 2.6 Primary und Secondary Net
    7. 2.7 Net Control Station
  4. CHAPTER - 3. CALLSIGNS UND FUNKIDENTIFIKATION
    1. 3.1 Zweck von Callsigns
    2. 3.2 Aufbau
    3. 3 Actual
  5. CHAPTER - 4. HERSTELLEN UND FÜHREN EINER FUNKVERBINDUNG
    1. 4.1 Vorbereitung
    2. 4.2 Listen – Think – Transmit
    3. 4.3 Grundaufbau einer Übertragung
    4. 4 Radio Check
  6. CHAPTER - 5. PROWORDS UND STANDARDISIERTE FUNKSPRACHE
    1. 5.1 Grundlagen
    2. 5.2 Identifikation
    3. 5.3 Bestätigung und Ausführung
    4. 5.4 Empfang und Verständlichkeit
    5. 5 Wiederholung
    6. 5.6 Korrektur und Überprüfung
    7. 5.7 Unterbrechung und Warten
    8. 5.8 Funkstille
    9. 5.9 Abschluss einer Übertragung
    10. 5.10 ArmA Reforger Standard Terms
  7. CHAPTER - 6. TAKTISCHE MELDUNGEN
    1. 6.1 Grundsatz
    2. 6.2 Contact Report
    3. 6.3 Situation Report
  8. CHAPTER - 7. FUNKDISZIPLIN
    1. 7.1 Zweck
    2. 7.2 Informationsrelevanz
  9. CHAPTER - 8. COMMUNICATIONS SECURITY
    1. 8.1 Grundsatz
    2. 8.2 Encryption
    3. 8.3 Objective Code Names
    4. 8.4 Kompromittierter Funkkreis
  10. CHAPTER - 9. CONFLICT: HQ COMMANDER
    1. 9.1 Command and Control im HQC
    2. 9.2 Rolle des Commanders
    3. 9.3 Tasks
    4. 9.4 Support Requests
    5. 9.5 Command Posts
    6. 9.6 Informationsfluss
  11. CHATPER - 10. VERWEISE
  12. CHAPTER - 11. BEGRIFFE UND ABKÜRZUNGEN
  13. CHAPTER - 12. VERANTWORTLICHKEITEN
  14. CHAPTER - 13. ANHÄNGE
    1. Radio Control Card - Tastenbelegung
    2. Core Prowords - Standard Begriffe
    3. Golden Rules - Grundregeln
  15. CHATPER - 14. ÄNDERUNGSHISTORIE

VORWORT

Kommunikation ist eine wesentliche Voraussetzung für militärische Führung. Ein Element kann nur dann koordiniert handeln, wenn Informationen über die eigene Lage, die Lage des Gegners, erhaltene Aufträge und notwendige Unterstützungsmaßnahmen zwischen den beteiligten Kräften ausgetauscht werden können. Funkkommunikation stellt dabei die Verbindung zwischen räumlich getrennten Marines und ihren Führungselementen her und ist damit ein wesentlicher Bestandteil von Command and Control (C2). Innerhalb der 27th Marine Expeditionary Unit wird Funkkommunikation deshalb nicht ausschließlich als technische Bedienung eines Funkgerätes verstanden. Ein Marine muss nicht nur wissen, welche Taste zur Übertragung gedrückt werden muss. Er muss ebenso verstehen, welche Information übertragen werden soll, wer diese Information benötigt, welcher Funkkreis dafür vorgesehen ist und wie die Meldung so formuliert wird, dass sie schnell und eindeutig verstanden werden kann.

Dieses Training and Reference Manual verbindet hierzu die technischen Kommunikationsmöglichkeiten von ArmA Reforger mit Funkgrundsätzen und Verfahren, die sich an Veröffentlichungen des United States Marine Corps orientieren. Reale militärische Verfahren werden dabei nicht ungeprüft übernommen. Sie werden dort angewendet, wo sie innerhalb der Spielumgebung sinnvoll umgesetzt werden können, und an die technischen Grenzen und Möglichkeiten von ArmA Reforger angepasst.


Die Grundlage jeder Funkkommunikation in ArmA Reforger bilden drei Anforderungen: CLEAR – CONCISE – CORRECT

  • CLEAR - bedeutet, dass eine Meldung eindeutig und verständlich formuliert wird. Der Empfänger soll nicht erraten müssen, was der Sender ausdrücken wollte.
  • CONCISE - bedeutet, dass nur die Informationen übertragen werden, die für den Empfänger tatsächlich notwendig sind. Funkzeit ist eine begrenzte Ressource. Lange und unnötige Übertragungen verhindern, dass andere Funkstellen wichtige Meldungen absetzen können.
  • CORRECT - bedeutet, dass übermittelte Informationen so weit wie möglich sachlich richtig sein müssen. Eine kurze falsche Meldung kann für die Führung gefährlicher sein als eine etwas später übermittelte, aber überprüfte Information.


Vor jeder Übertragung gilt zusätzlich: LISTEN – THINK – TRANSMIT Der Marine hört zunächst den Funkkreis ab, überlegt anschließend, was er wem melden muss, und beginnt erst danach mit seiner Übertragung.


CHAPTER - 1. KOMMUNIKATIONSSYSTEM IN ARMA REFORGER

1.1 Grundverständnis

ArmA Reforger stellt mehrere voneinander unabhängige, aber miteinander kombinierbare Kommunikationsmittel zur Verfügung. Dazu gehören die unmittelbare Sprachkommunikation über Proximity Voice, persönliche Handheld Radios, leistungsfähigere Manpack Radios, Textkommunikation, Kartenmarker, visuelle Kommunikationsmittel und spielmechanische Command-and-Control-Funktionen. Keines dieser Systeme stellt für sich allein das vollständige Kommunikationssystem dar. Ihre taktische Bedeutung entsteht vielmehr aus ihrem gemeinsamen Einsatz. Ein Fire Team kann beispielsweise lokal über Proximity Voice geführt werden, während der Squad Leader gleichzeitig über Funk Verbindung zum Platoon hält. Eine erkannte Feindstellung kann über Funk gemeldet und anschließend durch einen Marker auf der Karte dargestellt werden. Im Conflict: HQ Commander kann dieselbe Information schließlich Grundlage für einen Auftrag oder eine Unterstützungsanforderung werden. Für die Ausbildung gilt deshalb: USE THE RIGHT COMMUNICATION METHOD FOR THE RIGHT INFORMATION.

Nicht jede Information gehört auf den Funk. Nicht jede Information gehört auf die Karte. Und nicht jede Information muss bis zum höchsten Führungselement weitergegeben werden.

1.2 Proximity Voice

Proximity Voice stellt die unmittelbare Sprachkommunikation zwischen Personen in räumlicher Nähe dar. Die Stimme des Spielers wird dabei in der Umgebung seines Charakters wiedergegeben und kann sowohl von eigenen als auch von gegnerischen Spielern gehört werden. Innerhalb eines Fire Teams ist Proximity Voice deshalb das bevorzugte Mittel für unmittelbare taktische Koordination. Kurze Bewegungsbefehle, Warnungen, Hinweise auf Ziele, Koordination bei Feuer und Bewegung oder die Zusammenarbeit bei einer Verwundetenversorgung müssen nicht unnötig über einen Funkkreis übertragen werden, wenn sich die beteiligten Marines unmittelbar nebeneinander befinden.

Typische Meldungen sind beispielsweise:

  • „Alpha, steht.“
  • „Bravo, geht.“
  • „Kontakt vorn.“
  • „Corpsman, zu mir.“
  • „Lade (Magazin).


Die Verwendung von Proximity Voice reduziert die Belastung der Funkkreise. Gleichzeitig muss berücksichtigt werden, dass die Stimme eine taktische Signatur erzeugt. Ein Marine, der während einer verdeckten Annäherung unnötig spricht, kann dadurch gegnerische Kräfte auf die Anwesenheit seines Elements aufmerksam machen.


Bedienung

PlattformStandardbedienungDarstellung
PCT

XboxLB
PlayStation 5L1

Auf dem PC kann Proximity Voice durch zweimaliges Betätigen von T umgeschaltet werden. Individuell veränderte Steuerungseinstellungen können von den dargestellten Standardbelegungen natürlich abweichen.


1.3 Handheld Radio

Das Handheld Radio stellt das primäre persönliche Funkmittel eines Marines dar. Es ermöglicht die Kommunikation mit anderen Funkstellen über Entfernungen, auf denen Proximity Voice nicht mehr ausreichend ist. Innerhalb der 27th Marine Expeditionary Unit wird das Handheld Radio hauptsächlich für taktische Funkkreise auf Squad- und Platoon-Ebene verwendet. Welche Funkstelle tatsächlich erreicht werden kann, hängt von der verwendeten Funkkonfiguration, der eingestellten Frequenz, der technischen Kompatibilität und der Reichweite des jeweiligen Funkgerätes ab.

Push-to-Talk

PlattformHandheld Radio PTTDarstellung
PCCAPS LOCK halten

XboxLB halten
PlayStation 5L1 halten


Die Übertragung erfolgt immer über den aktuell aktiven Funkkanal. Beim Senden soll die PTT-Taste vollständig betätigt werden, bevor gesprochen wird. Ebenso soll die Taste nicht bereits während des letzten Wortes losgelassen werden. Dadurch wird verhindert, dass Teile einer Meldung abgeschnitten werden. Für die Ausbildung wird folgender Ablauf angewendet:

PRESS – PAUSE – SPEAK – PAUSE – RELEASE

Die Pausen müssen nur kurz sein. Ziel ist kein künstlich langsamer Funkverkehr, sondern eine saubere Übertragung.


1.4 Radio Select Menu

Das Radio Select Menu bildet die zentrale Bedienoberfläche für die Verwaltung der Funkkanäle eines Spielers.

PlattformRadio Select MenuDarstellung
PCG

XboxLB + X
PlayStation 5L1 + □

Über dieses Menü kann überprüft werden, welche Funkkanäle zur Verfügung stehen, welcher Kanal aktiv ist und welche Frequenzen beziehungsweise Presets eingestellt wurden. Der Marine muss sich deshalb angewöhnen, bei Kommunikationsproblemen zunächst seine eigene Funkkonfiguration zu überprüfen, bevor er von einem technischen Fehler oder einem Ausfall der Gegenstelle ausgeht.


1.5 Das Zwei-Kanal-System

ArmA Reforger ermöglicht das gleichzeitige Überwachen von zwei eingestellten Funkkanälen. Diese Funktion ist insbesondere für Führungskräfte von großer Bedeutung, da sie dadurch einen unterstellten und einen übergeordneten Funkkreis gleichzeitig überwachen können.

Beispiel:

CHANNEL 1

  • SQUAD NET
  • AKTIV

CHANNEL 2

  • PLATOON NET
  • MITHÖREN

Der Squad Leader kann in dieser Konfiguration sowohl den Squad Net als auch den Platoon Net hören. Gesendet wird jedoch ausschließlich über den als AKTIVE ausgewählten Kanal. Das führt zu einem wichtigen Grundsatz: HEARING A NET DOES NOT MEAN YOU ARE TRANSMITTING ON THAT NET.

Vor einer Meldung an eine andere Führungsebene muss deshalb geprüft werden, welcher Kanal gerade aktiv ist.


Schneller Kanalwechsel

PlattformBedienungDarstellung
PCCAPS LOCK ×2

XboxLB + B
PlayStation 5L1 + ○

Ein Squad Leader kann beispielsweise vom Squad Net auf den Platoon Net wechseln, seine Meldung übertragen und anschließend wieder auf seinen Primary Net zurückschalten. Nach jedem solchen Wechsel soll bewusst überprüft werden, welcher Kanal nun aktiv ist. Eine der häufigsten vermeidbaren Fehlerquellen im Funkbetrieb besteht darin, eine Meldung auf dem falschen Funkkreis abzusetzen.


1.6 Frequenzen

Eine Funkfrequenz bestimmt, auf welchem technischen Kanal ein Funkgerät arbeitet. Zwei Funkstellen können nicht allein deshalb miteinander kommunizieren, weil beide ein Funkgerät besitzen. Die technische Konfiguration muss miteinander vereinbar sein.

Die Frequenz wird über das Radio Select Menu verändert.

PlattformFrequenz verändernDarstellung
PCMausrad ↑ / ↓

XboxD-Pad ↑ / ↓
PlayStation 5D-Pad ↑ / ↓

Die verfügbaren Frequenzbereiche und Schrittweiten unterscheiden sich je nach Funkgerät. Für den normalen Marine ist deshalb weniger entscheidend, sämtliche technischen Werte auswendig zu kennen, als die ihm zugewiesenen Frequenzen korrekt einstellen und überprüfen zu können. Innerhalb der 27th Marin Expeditionary werden Frequenzen durch den jeweiligen Communications Plan festgelegt. Einzelne Marines ändern ihre Frequenz nicht eigenmächtig, sofern dies nicht durch das vorgesehene Ausfallverfahren erforderlich oder durch eine Führungskraft angeordnet wurde.


1.7 Presets

Presets ermöglichen die schnelle Auswahl vorbereiteter Funkkanäle.

PlattformPreset wechseln
PCQ / E
XboxD-Pad ← / →
PlayStation 5D-Pad ← / →

Presets reduzieren die notwendige Bedienungszeit, dürfen jedoch nicht dazu führen, dass Marines ihre Funkkonfiguration nicht mehr verstehen. Ein Marine muss weiterhin erkennen können, welchen Funkkreis er benötigt, welcher Kanal aktiv ist und ob seine Konfiguration mit dem Communications Plan übereinstimmt.


1.8 Radio Power

Ein ausgewählter Funkkanal kann ein- oder ausgeschaltet werden.

PlattformRadio PowerDarstellung
PCR

XboxLB + RS
PlayStation 5L1 + R3

Ein versehentlich ausgeschalteter Kanal kann den Eindruck eines vollständigen Kommunikationsausfalls erzeugen. Der Power Status gehört deshalb zu den ersten Punkten, die bei einer gestörten Verbindung kontrolliert werden.


1.9 Manpack Radio

Manpack Radios ermöglichen im Vergleich zu Handheld Radios zusätzliche beziehungsweise weiterreichende Funkverbindungen und verfügen abhängig vom jeweiligen Gerät über andere technische Eigenschaften und Frequenzbereiche. Innerhalb der 27th Marine Expeditionary Unit sind Manpack Radios insbesondere für Marines relevant, die mehrere Führungsebenen miteinander verbinden müssen. Dazu können Platoon Command, Company Command, Radio Operators sowie Elemente gehören, die Aviation, Logistics oder Combat Support koordinieren. Ein Platoon Command Element kann beispielsweise sein Handheld Radio für den Platoon Tactical Net verwenden und gleichzeitig über ein Manpack Radio Verbindung zum Company Command Net halten.

Manpack Transmission

PlattformSeparate Manpack-Übertragung
PCL-CTRL + CAPS LOCK
XboxLB + A
PlayStation 5L1 + X

Wird das Manpack selbst als aktiver Kanal ausgewählt, kann auch die normale Radio-PTT verwendet werden. Die separate Manpack-PTT ist besonders dann relevant, wenn Handheld und Manpack gleichzeitig eingesetzt werden.


1.10 Text Communication

Textkommunikation stellt eine ergänzende Kommunikationsmöglichkeit dar. Sie kann Informationen übermitteln, wenn Sprachkommunikation nicht möglich oder nicht zweckmäßig ist. ArmA Reforger stellt unterschiedliche Textkanäle bereit, darunter Global, Faction, Group, Vehicle und Local. Vor dem Absenden einer Nachricht muss deshalb überprüft werden, welcher Kanal ausgewählt ist.

FunktionPCXboxPlayStation 5Darstellung
Chat öffnen/LB + YL1 + △

Nachricht sendenENTERAX
Nachricht verwerfenESCMenuMenu
VerlaufMausradD-Pad ↑/↓D-Pad ↑/↓
Kanal wechseln↑/↓D-Pad ←/→D-Pad ←/→

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Global Chat. Taktische Informationen, Bewegungen, Objective-Bezeichnungen oder andere relevante Informationen dürfen nicht versehentlich über einen Kanal übertragen werden, der auch gegnerischen Spielern zugänglich ist.


1.11 Command Menu und visuelle Kommunikation

Squad Leader können in ArmA Reforger zusätzlich das Command Menu verwenden.Darstellung

PlattformCommand Menu
PC~
XboxD-Pad ← + LB
PlayStation 5D-Pad ← + L1

Über dieses System können spielmechanische Befehle ausgegeben werden, die unter anderem durch Gesten, Sprachzeilen und 3D-Markierungen unterstützt werden. Diese Funktionen ersetzen den Funk nicht. Sie ergänzen ihn. Ein Squad Leader kann beispielsweise einen kurzen Bewegungsbefehl über Funk oder Proximity Voice geben und das beabsichtigte Ziel anschließend durch einen visuellen Marker verdeutlichen.


CHAPTER - 2. FUNKNETZE UND KOMMUNIKATIONSORGANISATION

2.1 Radio Network

Ein Radio Network (Radio Net) ist ein organisierter Funkkreis, über den bestimmte Funkstellen miteinander kommunizieren. Ein Funknetz wird nicht allein durch eine gemeinsame Frequenz definiert. Es besitzt einen bestimmten Zweck, festgelegte Teilnehmer und eine Führungsfunktion. Die USMC-orientierte Betrachtung eines Funknetzes ist für die 27th besonders wichtig, weil dadurch verhindert wird, dass sämtliche Teilnehmer einer Operation auf einem einzigen Funkkanal miteinander sprechen. Ein überlasteter Funkkreis erschwert Führung und kann dazu führen, dass zeitkritische Informationen nicht übertragen werden können.

Ein Communications Plan muss deshalb festlegen, wer mit wem über welchen Net kommuniziert.


2.2 Funkorganisation der 27th MEU

Die Kommunikationsstruktur folgt grundsätzlich der Führungsorganisation der MAGTF.



Die Darstellung bedeutet nicht, dass jede Information sämtliche Ebenen durchlaufen muss. Im Gegenteil: Ein wesentlicher Bestandteil guter Funkorganisation besteht darin, Informationen nur so weit weiterzugeben, wie sie für Führung und Lageverständnis tatsächlich relevant sind. Eine Beobachtung eines Rifleman wird zunächst innerhalb seines Elements gemeldet. Der Squad Leader bewertet, ob diese Information für den Platoon Commander relevant ist. Dieser wiederum entscheidet, ob sie für Company oder MEU Command von Bedeutung ist.

Dadurch entsteht ein Informationsfilter, der höhere Funkkreise vor unnötigem Verkehr schützt.


2.3 Tactical Nets

Tactical Nets dienen der unmittelbaren Führung eines taktischen Elements. Hier werden Bewegungen koordiniert, Contact Reports übermittelt, Statusmeldungen abgegeben und taktische Befehle weitergegeben. Ein Squad Net soll grundsätzlich für Informationen verwendet werden, die für den Squad relevant sind. Ein Platoon Net dient dagegen der Koordination zwischen Platoon Command und den unterstellten Elementen. Eine Meldung wird nicht deshalb auf einen höheren Funkkreis übertragen, weil dieser „wichtiger“ erscheint. Entscheidend ist, wer die Information benötigt.


Teilnehmer Platoon Net:

  • Platoon Commander

  • 1st Squad Leader

  • 2nd Squad Leader

  • ...


Teilnehmer Squad Net:

  • Squad Leader

  • Fire Team Leader

  • Fire Team Marines


Teilnehmer Team Net:

  • Fire Team Leader

  • Fire Team Marines


2.4 Command Nets

Command Nets verbinden Führungselemente miteinander. Sie sollen ein Lagebild ermöglichen und die Übermittlung von Befehlen, Koordinierungsmaßnahmen und wesentlichen Statusinformationen unterstützen. Da Command Nets mehrere unterstellte Elemente verbinden können, ist dort besonders auf Funkdisziplin zu achten. Eine längere Unterhaltung über ein lokales Problem eines einzelnen Fireteams kann den Funkkreis blockieren, während ein anderes Element versucht, eine zeitkritische Meldung abzusetzen.

Teilnehmer:

  • Company Comander

  • Platoon Commander


2.5 Support Nets

Abhängig von Größe und Art einer Operation können zusätzliche Funkkreise für Unterstützungsaufgaben eingerichtet werden. Dazu können Aviation, Logistics, Medical oder Combat Support gehören. Die Einrichtung solcher Netze soll nicht zu unnötiger Komplexität führen. Ein zusätzlicher Funkkreis ist nur sinnvoll, wenn dadurch tatsächlich Kommunikationsverkehr getrennt und Führung verbessert wird. Die konkrete Net-Struktur wird deshalb missionsbezogen im Communications Plan festgelegt.


2.6 Primary und Secondary Net

Der Primary Net ist der Funkkreis, auf dem ein Element normalerweise geführt wird. Der Secondary Net stellt eine zusätzliche Verbindung dar, die parallel überwacht oder bei Bedarf verwendet wird. Ein Squad Leader kann beispielsweise folgende Konfiguration verwenden:


CHANNEL 1

  • SQUAD NET
  • PRIMARY / AKTIV

CHANNEL 2

  • PLATOON NET
  • SECONDARY / MITHÖREN


Dadurch bleibt der Squad Leader für seine Marines erreichbar und kann gleichzeitig die übergeordnete Führung überwachen. Die technische Möglichkeit, mehrere Netze zu hören, darf jedoch nicht zu einer organisatorischen Vermischung führen. Meldungen gehören weiterhin auf den Funkkreis, für den sie bestimmt sind.


2.7 Net Control Station

Die Net Control Station (NCS) ist die kontrollierende Funkstelle eines Funknetzes. Ihre Aufgabe besteht darin, einen geordneten Betrieb des Netzes zu unterstützen und sicherzustellen, dass der Funkkreis entsprechend seiner vorgesehenen Funktion genutzt werden kann. Zu den Aufgaben können die Eröffnung und Kontrolle eines Funkkreises, die Koordination von Teilnehmern, die Behandlung von Prioritätsverkehr sowie die Umsetzung angeordneter Änderungen des Funkplans gehören. Innerhalb einer MilSim-Operation muss die NCS-Funktion nicht unnötig formalisiert werden. Entscheidend ist, dass klar erkennbar ist, welches Führungselement für den jeweiligen Funkkreis verantwortlich ist.


CHAPTER - 3. CALLSIGNS UND FUNKIDENTIFIKATION

3.1 Zweck von Callsigns

Callsigns dienen der eindeutigen Identifikation von Funkstellen. Sie ermöglichen es, Sender und Empfänger einer Meldung zu bestimmen, ohne Spielernamen, Funktion, Verwendung oder unnötige persönliche Informationen zu verwenden. Im taktischen Funkverkehr wird deshalb nicht gerufen „Dosenkohl, kannst du mich hören?“ sondern beispielsweise:

  • ENGLISCH: „Bravo, this is Alpha, over.“
  • DEUTSCH: „Bravo, hier Alpha, kommen.“


Ein funktionierendes Callsign-System muss einfach genug sein, dass jeder Marine seine eigene Funkidentität und die für ihn wichtigsten Gegenstellen kennt.


3.2 Aufbau

Die konkrete Struktur der Callsigns wird durch die 27th beziehungsweise den jeweiligen Communications Plan bestimmt. Ein Callsign kann dabei eine Organisation, ein Element oder eine bestimmte Führungsfunktion kennzeichnen. Beispielhaft kann ein Schema wie folgt aussehen:

Code
REAPER 1 - Zugführung, 1. Zug
 ├── REAPER 1-1 - 1. Gruppe
 ├── REAPER 1-2 - 2. Gruppe
 └── REAPER 1-3 - 3. Gruppe
     ├── REAPER 1-3-A - Alpha Team
     ├── REAPER 1-3-B - Bravo Team
     └── REAPER 1-3-C - Charlie Team

Die Bedeutung einer Ziffer oder Erweiterung darf jedoch nicht allein aus Gewohnheit angenommen werden. Sie muss innerhalb des jeweiligen Plans eindeutig definiert sein.


3.3 Actual

Die Ergänzung ACTUAL bezeichnet den tatsächlichen Führer hinter einer Funkstelle. Wird beispielsweise ein Command Element über ein allgemeines Callsign angesprochen, kann die Ergänzung Actual verwendet werden, wenn ausdrücklich der Commander selbst verlangt wird. Ein Radio Operator oder anderes Mitglied des Command Elements ist nicht automatisch „Actual“, nur weil er das Funkgerät des Headquarters bedient. Die Unterscheidung ist wichtig, weil ein Funkgerät beziehungsweise ein Callsign eine organisatorische Funkstelle repräsentieren kann, während „Actual“ eine bestimmte Führungsfunktion bezeichnet.


CHAPTER - 4. HERSTELLEN UND FÜHREN EINER FUNKVERBINDUNG

4.1 Vorbereitung

Vor Beginn einer Operation überprüft jeder Marine seine Kommunikationsausrüstung. Ziel ist, Fehler zu erkennen, bevor das Element den Bereitstellungsraum verlässt. Der Marine kontrolliert insbesondere, ob das benötigte Funkgerät vorhanden und eingeschaltet ist, ob Primary und Secondary Net korrekt eingestellt sind, welcher Kanal aktiv ist und ob Callsign sowie relevante Gegenstellen bekannt sind.

Ein vollständiger Pre-Operation Check umfasst mindestens:

[ ] RADIO AUFGENOMMEN
[ ] RADIO ANGESCHALTET
[ ] PRIMARY NET BEKANNT
[ ] PRIMARY FREQUENZ EINGESETELLT
[ ] SECONDARY NET BEKANNT
[ ] SECONDARY FREQUENZ EINGESETELLT
[ ] ACTIVE CHANNEL VERIFIZIERT
[ ] EIGENES CALLSIGN BEKANNT
[ ] NCS BEKANNT
[ ] PTT FUNCTION GETESTET
[ ] RADIO CHECK VOLLSTÄNDIG


4.2 Listen – Think – Transmit

Bevor die PTT-Taste betätigt wird, hört der Marine zunächst den Funkkreis ab. Dadurch wird verhindert, dass eine bereits laufende Meldung übersprochen wird. Anschließend wird die eigene Meldung gedanklich vorbereitet. Der Marine sollte bereits wissen, was er sagen möchte, bevor er mit der Übertragung beginnt. Erst danach wird gesendet. Dieses Verfahren reduziert unnötige Pausen, Füllwörter und Korrekturen und führt langfristig zu deutlich ruhigerem Funkverkehr.


Beispiel:

  1. SITUATION: Bravo 1 befindet sich auf einem Marsch in Richtung Süd auf Objektiv MANHATTEN. Sie verursachen einen Unfall und müssen ihre Marschbereitschaft erneut herstellen.

  2. LISTEN: Es läuft ein aktives Gespräch im Funkkreis, Bravo 1 wartet, bis dieses beendet ist.

  3. THINK: Da Bravo 1 die Ausgangsposition nicht Pünktlich erreicht, sollte eine Meldung abgesetzt werden um neue Koordinierung zu ermöglichen.

  4. TRANSMIT: „Reaper 1, this is 1-1, over.“ | „This is Reaper 1, send it.“ | „Reaper 1-1 need 10 Mike to MANHATTEN, Crash at Charlie +1, -5, over“ | „Roger Reaper 1-1, over“ | „ more to follow, out.“


4.3 Grundaufbau einer Übertragung

Eine einfache Funkverbindung kann nach folgendem Grundschema aufgebaut werden: RECIPIENT – THIS IS – SENDER – MESSAGE – OVER Bei komplexeren Meldungen kann zunächst eine Verbindung hergestellt werden und unter Gefechtsbedingungen kann dieses Verfahren verkürzt werden. Standardisierung soll Kommunikation beschleunigen und nicht verhindern.

Beispiel im Team Net:

  • ENGLISCH: „Three, this is one. SITREP, over.“
  • DEUTSCH: „Drei, hier Eins, STATUS, kommen.“


Beispiel im Squad Net:

  • ENGLISCH: „Bravo, this is Actual. SITREP, over.“
  • DEUTSCH: „Bravo, hier Actual, STATUS, kommen.“


Beispiel im Platoon NET:

  • ENGLISCH: „Reaper 1-1-Bravo, this is Reaper 1. SITREP, over.“
  • DEUTSCH: „Reaper 1-1-Bravo,, hier Reaper 1, Frage: STATUS, kommen.“


4.4 Radio Check

Ein Radio Check dient der Feststellung, ob zwei Funkstellen miteinander kommunizieren können und wie verständlich die Übertragung ist.

ENGLISCH:

  • Anruf: „Reaper 1-1, this is Reaper 1, Radio check, over.“
  • Antwort: „Reaper 1, this is Reaper 1-1, 5 by 5, over.“
  • Abschluss: „Reaper 1-1, this ist Reaper 1, also 5 by 5, out.“


DEUTSCH:

  • Anruf: „Reaper 1-1, hier Reaper 1, Radio check, kommen.“
  • Antwort: „Reaper 1, hier Reaper 1-1, 5 von 5, kommen.“
  • Abschluss: „Reaper 1-1, hier Reaper 1, ebenfalls 5 von 5, Ende.“


Radio Checks werden nicht unnötig wiederholt. Hat unmittelbar zuvor eine eindeutige Funkübertragung stattgefunden, ist bereits festgestellt, dass eine Verbindung besteht.


CHAPTER - 5. PROWORDS UND STANDARDISIERTE FUNKSPRACHE

5.1 Grundlagen

Prowords (Procedure Words) sind standardisierte Wörter oder Wortgruppen mit festgelegter Bedeutung im Funkverkehr. Ihr Zweck besteht darin, häufig wiederkehrende Informationen und Anweisungen eindeutig und mit möglichst wenig Funkzeit zu übertragen. Prowords sollen nicht verwendet werden, um gewöhnliche Sprache künstlich militärisch erscheinen zu lassen. Ihr Nutzen liegt ausschließlich darin, Kommunikation verständlicher und eindeutiger zu machen. Unter Gefechtsbedingungen gilt deshalb weiterhin: CLARITY BEFORE FORMALITY.


5.2 Identifikation

PROWORDDeutsche BedeutungVerwendung
STATIONFunkstelleBezeichnet eine Funkstelle beziehungsweise deren Callsign.
LAST STATIONLetzte FunkstelleBezeichnet die zuletzt sendende Funkstelle.
ALL STATIONSAlle FunkstellenMeldung richtet sich an alle Teilnehmer des Netzes.
THIS ISHier istIdentifiziert den Sender.


5.3 Bestätigung und Ausführung

PROWORDDeutsche BedeutungVerwendung
ROGEREmpfangen / verstandenMeldung wurde aufgenommen.
WILCOVerstanden / wird ausgeführtAuftrag wurde verstanden und wird ausgeführt.
AFFIRMATIVEJa / BestätigtPositive Antwort.
NEGATIVENeinNegative Antwort.
CORRECTRichtigInformation ist korrekt.
WRONGFalschInformation beziehungsweise Read Back ist falsch.
ACKNOWLEDGEEmpfang bestätigenFordert eine Bestätigung des Empfangs an.

ROGER und WILCO werden nicht unnötig kombiniert. WILCO beinhaltet bereits, dass die Anweisung empfangen und verstanden wurde.


5.4 Empfang und Verständlichkeit

BegriffDeutsche Bedeutung
HOW COPY?Wie verstehen Sie mich?
SOLID COPYVollständig verstanden
YOU ARE COMING IN …Bewertung der Verständlichkeit folgt

ArmA Reforger verwendet beispielsweise eine Bewertung wie: „You are coming in three by five.“ Dabei kennzeichnet eine höhere Bewertung eine bessere Verständlichkeit.


5.5 Wiederholung

PROWORDDeutsche Bedeutung
SAY AGAINWiederholen Sie
I SAY AGAINIch wiederhole
ALL AFTER …Alles nach …
ALL BEFORE …Alles vor …
WORD AFTER …Wort nach …
WORD BEFORE …Wort vor …
WORDS TWICEWörter zweimal

Soll eine gewöhnliche Funkmeldung erneut gesprochen werden, wird SAY AGAIN verwendet. „Bravo 1, say again last transmission, over.“ REPEAT wird hierfür nicht verwendet. ArmA Reforger weist ausdrücklich darauf hin, dass REPEAT im militärischen Zusammenhang mit Call-for-Fire-Verfahren (AACFF) eine besondere Bedeutung besitzen kann.


5.6 Korrektur und Überprüfung

PROWORDDeutsche Bedeutung
CORRECTIONKorrektur
DISREGARD THIS TRANSMISSIONDiese Übertragung ignorieren
VERIFYÜberprüfen
I VERIFYNach Überprüfung bestätigt
READ BACKZurücklesen
I READ BACKIch lese zurück

Erkennt der Sender während seiner eigenen Meldung einen Fehler, muss er nicht vollständig neu beginnen.

  • ENGLISCH: „Grid 1234 5678 – correction – Grid 1234 5687“
  • DEUTSCH: „Grid 1234 5678 – korrektur – Grid 1234 5687“


READ BACK wird insbesondere dort eingesetzt, wo eine falsch verstandene Information erhebliche Auswirkungen haben kann, beispielsweise bei Koordinaten oder anderen kritischen Angaben.


5.7 Unterbrechung und Warten

PROWORDDeutsche Bedeutung
BREAKTrennung von Meldungsabschnitten
BREAK BREAK BREAKSofortiger dringender Verkehr
WAITWarten
WAIT ONEEinen Moment warten
WAIT OUTLängere Wartezeit, Verbindung zunächst beendet
MORE TO FOLLOWWeitere Meldung folgt

BREAK BREAK BREAK wird nicht für gewöhnliche Meldungen verwendet. Der Ausdruck signalisiert, dass laufender Funkverkehr sofort unterbrochen werden muss, damit eine dringende Meldung übertragen werden kann.


5.8 Funkstille

RADIO SILENCE weist Funkstellen an, den normalen Funkverkehr einzustellen beziehungsweise den Funkkreis freizuhalten. Eine angeordnete Funkstille wird nicht für Routinekommunikation gebrochen. Die genauen Ausnahmen richten sich nach dem Communications Plan beziehungsweise der Situation.


5.9 Abschluss einer Übertragung

PROWORDDeutsche Bedeutung
OVERAntwort erwartet
OUTKeine Antwort erwartet / Verbindung beendet

OVER und OUT besitzen entgegengesetzte Bedeutungen.


5.10 ArmA Reforger Standard Terms

ArmA Reforger nennt zusätzlich mehrere gebräuchliche Ausdrücke, die keine vollständigen militärischen Funkverfahren ersetzen, aber im Spiel häufig verwendet werden.

TERMDeutsche Bedeutung
MIKEMinute
CLICK / KLICK1 Kilometer /1000 Meter
OSCAR MIKEOn the Move / In Bewegung
STEPPED ONÜbertragung wurde durch gleichzeitiges Senden überlagert
RTBReturn to Base / Bewegt sich in Richtung Basis zurück
VISUAL / CONTACTGesichteter Feind / Erkannter Feind
AUDIO CONTACTFeindfahrzeug wurde erkannt
KILO / KIAFreundliche Einheit wurde vernichtet
GRIDBestimmtes Raster auf der Karte

Diese Begriffe werden im Training als ergänzender Funkwortschatz behandelt und von eigentlichen Prowords unterschieden.


CHAPTER - 6. TAKTISCHE MELDUNGEN

6.1 Grundsatz

Eine taktische Meldung soll dem Empfänger die Informationen geben, die er benötigt, um eine Entscheidung zu treffen. Eine Meldung ist deshalb nicht automatisch besser, weil sie länger oder formeller ist. Insbesondere bei Feindkontakt muss zwischen Geschwindigkeit und Vollständigkeit abgewogen werden. Ein Squad Leader benötigt eine unmittelbare Warnung vor einem Gegner in 50 Metern Entfernung schneller als einen vollständig ausgearbeiteten Bericht.


6.2 Contact Report

Ein Contact Report informiert über erkannte gegnerische Kräfte. Eine zweckmäßige Meldung enthält abhängig von der Situation insbesondere Informationen über:

  • Richtung oder Position,
  • Entfernung,
  • Art des Gegners,
  • ungefähre Stärke,
  • Aktivität oder Bewegung.

Beispiel:

  • „Reaper 1, this is Reaper 1-1. Contact north-east, 300 meters, enemy infantry, squad strength, moving south. Over.“


Unter unmittelbarem Beschuss kann zunächst eine verkürzte Warnung erfolgen:

  • „Contact north! Enemy squad, 100 meters!“


Weitere Informationen werden anschließend übermittelt, sobald die Lage dies zulässt.


6.3 Situation Report

Ein SITREP – Situation Report informiert eine Führungskraft über den aktuellen Zustand eines Elements. Abhängig von der Situation kann ein SITREP Informationen über Position, Auftrag, Feindlage, eigene Lage, Casualties, Munition, Fahrzeuge und Unterstützungsbedarf enthalten.

Beispiel:

  • „Reaper 1, this is Reaper 1-1. SITREP. Objective Mississippi secured. One casualty. Ammunition approximately sixty percent. Enemy withdrawing north. Over.“


Der Empfänger soll aus einem SITREP erkennen können, was das Element erreicht hat, in welchem Zustand es sich befindet und ob weitere Maßnahmen erforderlich sind.


CHAPTER - 7. FUNKDISZIPLIN

7.1 Zweck

Funkdisziplin bedeutet nicht, möglichst wenig zu sprechen. Sie bedeutet, den Funkkreis so zu verwenden, dass notwendige Informationen zuverlässig übertragen werden können. Ein Marine hört vor dem Senden, verwendet den richtigen Funkkreis, spricht verständlich und beendet seine Übertragung, sobald die notwendige Information vermittelt wurde. ArmA Reforger empfiehlt ausdrücklich, Kommunikation klar, relevant und kurz zu halten und einen Platoon Net nicht mit Informationen zu belasten, die nur ein einzelnes Element betreffen.


7.2 Informationsrelevanz

Vor einer Meldung soll der Marine gedanklich drei Fragen beantworten:

  1. Wer benötigt diese Information?
  2. Wie dringend ist sie?
  3. Welcher Funkkreis ist dafür vorgesehen?

Dadurch bleibt lokale Kommunikation lokal, Squad-Kommunikation im Squad und nur tatsächlich relevante Informationen erreichen Platoon oder höhere Führungsebenen.


CHAPTER - 8. COMMUNICATIONS SECURITY

8.1 Grundsatz

ArmA Reforger ermöglicht es gegnerischen Spielern, Kommunikation in bestimmten Situationen wahrzunehmen. Proximity Voice kann durch Gegner in der Umgebung gehört werden und erbeutete Funkgeräte können gegnerischen Kräften Einblick in Funkverkehr ermöglichen.

Deshalb gilt: ASSUME THE ENEMY IS LISTENING.

Dieser Grundsatz bedeutet nicht, dass jede Meldung verschlüsselt oder künstlich codiert werden muss. Er bedeutet, dass keine unnötigen Informationen übertragen werden.


8.2 Encryption

ArmA Reforger verwendet technische Encryption Keys als Teil seines Funksystems. Diese Mechanik bestimmt technisch, welche Funkgeräte miteinander kommunizieren können. Sie ist jedoch nicht mit der gesamten realen militärischen Communications Security (COMSEC) gleichzusetzen. Für dieses Manual wird deshalb unterschieden:

  1. Encryption | bezeichnet die technische Reforger-Mechanik.
  2. COMSEC | bezeichnet die organisatorischen und taktischen Maßnahmen zum Schutz der Kommunikation.


8.3 Objective Code Names

ArmA Reforger weist Objectives innerhalb von Conflict sessionspezifische Code Names zu. Diese sollen im Funk verwendet werden, anstatt unnötig die tatsächlichen Ortsnamen auf der Karte zu nennen.

  • Beispiel: „Objective Mississippi“
  • anstatt: „Montignac.“

Dadurch erhält ein mithörender Gegner nicht automatisch die genaue geographische Bedeutung einer Meldung. Ein Code Name stellt jedoch keinen absoluten Schutz dar. Wird durch den Kontext offensichtlich, welcher Ort gemeint ist, kann auch ein Code Name kompromittiert werden. Zudem sind die Code Names nur in Verbindung mit der eigenen Bewegung und nicht mit denen des Feindes zu nutzen, der Feind weiß auch selbst wo er ist.


8.4 Kompromittierter Funkkreis

Besteht der begründete Verdacht, dass ein Funkkreis durch den Gegner überwacht wird, wird die Situation an die zuständige Führung gemeldet. ArmA Reforger sieht ausdrücklich die Möglichkeit vor, bei kompromittierter Frequenz auf eine neu vereinbarte Frequenz zu wechseln. Ein solcher Wechsel muss koordiniert erfolgen. Ein Marine, der allein und ohne Anweisung seine Frequenz verändert, schützt nicht den Funkkreis – er trennt sich zunächst nur von seinem eigenen Element.


Communications-Electronics Operating Instructions (CEOI) / Sprechtafel

Eine Communications-Electronics Operating Instructions (CEOI), im deutschen auch Sprechtafel genannt, ist ein technisches Steuerungs- und Kommandodokument, dass der Koordination und technischen Regelung der militärischen Kommunikation dient. Eine CEOI enthält tagesaktuell oder für bestimmte Operationen gültige Sicherheitsparameter und Verbindungsinformationen, darunter:

  • Frequenzen und Rufzeichen (Radio Call Signs) für FunkeinheitenTelefonverzeichnisse und Durchwahlnummern für Stäbe und Einheiten
  • Codewörter und Tarnnamen für Operationen sowie Authentifizierungstabellen
  • Visuelle und akustische Signale (wie Rauch-, Signal- oder Notzeichen)
  • Vorgaben zur Funkdisziplin und elektronischen Kampfführung (z. B. EMCON – Emissionskontrolle)


Beispiel CEOI der 27th Marine Expeditionary Unit:

Authentication CardFrenquencyNumeral CodeSignal


1

2

3

UnitCallsignFrenquency

O

B

J

E

K

T

Day

Night

A

SC

GZ

HD

Company HQREAPER48 MHz

C

28

14

12

4

1

Frage:

Antwort:

Frage:

Antwort:

B

TZ

BV

MW

1st PlatoonREAPER 131 MHz

H

56

86

17

28

98

Animation
Follow

Animation
Hold

Green
Light

Yellow
Light

C

ZQ

JL

PQ

2nd PlatoonREAPER 232 MHz

S

9

15

97

22

78

Flashcode

5

D

VP

MQ

RZ

CSS PlatoonWARHORSE33 MHz

E

83

44

35

76

53

Password

E

RG

LK

JQ

CAS / EVACSTARFORCE34 MHz

N

91

64

57

35

46

ETA

5

Visual

Ping


CHAPTER - 9. CONFLICT: HQ COMMANDER

9.1 Command and Control im HQC

Conflict: HQ Commander erweitert den normalen Reforger-Funk um ein übergeordnetes Command-and-Control-System. Der Commander ist dabei nicht lediglich ein weiterer Squad Leader, sondern bildet ein eigenes Führungselement und koordiniert die Operation der gesamten Fraktion. Der Commander soll deshalb grundsätzlich nicht versuchen, jeden einzelnen Marine unmittelbar zu führen. Die operative Führung erfolgt über Gruppen, Tasks, Support Requests und die Kommunikation mit den jeweiligen Führungskräften. Für die 27th MEU wird dieses Prinzip auf die eigene MAGTF-Struktur übertragen.


9.2 Rolle des Commanders

Der HQ Commander soll nach der offiziellen Reforger-Konzeption grundsätzlich in der Nähe des Headquarters bleiben und auf Meldungen sowie Veränderungen der Lage reagieren können. Für Führung im Feld kann unter bestimmten Bedingungen ein Mobile HQ verwendet werden. Kommunikation besitzt für diese Rolle besondere Bedeutung. ArmA Reforger empfiehlt dem Commander ausdrücklich, mehrere Funkgeräte beziehungsweise Gruppenfrequenzen zu überwachen und den Platoon-weiten Funk nicht mit Informationen zu überlasten, die nur einzelne Gruppen betreffen.

Dieses Prinzip entspricht unmittelbar der Funkorganisation der 27th MEU: INFORMATION IS DISTRIBUTED TO THE ELEMENT THAT NEEDS IT.

9.3 Tasks

Der Commander kann Gruppen Aufgaben zuweisen. Das Task-System stellt dabei eine digitale Form der Auftragserteilung und Lageführung dar. Eine digital zugewiesene Aufgabe muss nicht vollständig über Funk vorgelesen werden. Stattdessen kann der Squad Leader den Empfang kurz bestätigen und notwendige Einzelheiten klären. Das Task-System übermittelt den formalen Auftrag und dessen Position. Der Funk ermöglicht Rückfragen, Koordination und Lageinformationen.

Beispiel: „Command, this is Bravo 1. Task received. Moving to Objective Mississippi. Over.“


9.4 Support Requests

Support Requests ermöglichen es Gruppen, Unterstützungsbedarf an das Headquarters zu übermitteln. Für die 27th MEU sollen digitales System und Funk auch hierbei gemeinsam verwendet werden. Der digitale Request zeigt dem Commander wo Unterstützung benötigt wird. Die Funkmeldung erklärt warum sie benötigt wird und welche taktische Situation vorliegt.

Beispiel: „Command, this is Bravo 1. Support request submitted at Objective Mississippi. Enemy mechanized position blocking further movement. Over.“


9.5 Command Posts

Conflict: HQ Commander stellt unterschiedliche Führungs- und Unterstützungsfunktionen über das Headquarters bereit. Der Commander koordiniert darüber unter anderem Operations, Logistics und Combat Support. Für die 27th MEU bedeutet dies, dass das HQC-System als zusätzliche C2-Ebene verstanden wird. Es ersetzt nicht die vorhandene MAGTF-Kommunikationsstruktur, sondern bildet die Spielmechanik, über die Teile dieser Führung umgesetzt werden.


9.6 Informationsfluss

Ein vollständiger Informationsfluss kann beispielsweise folgendermaßen aussehen:

Nicht jede Beobachtung muss Command erreichen. Jede Führungsebene filtert Informationen entsprechend ihrer Relevanz. Dadurch entsteht ein gemeinsames Lagebild, ohne dass höhere Funkkreise mit Detailinformationen überlastet werden.


CHATPER - 10. VERWEISE

  • MCRP 3-40.3A - Multi-Service Tactics, Techniques, and Procedures for Tactical Radios
  • ArmA Reforger - Boot Camp: Communications
  • ArmA Reforger - Boot Camp: HQ Commander
  • ArmA Reforger - Field Manual.


CHAPTER - 11. BEGRIFFE UND ABKÜRZUNGEN

Abkürzung / BegriffBedeutungBeschreibung
AACFFAll Arms Call for FireVerfahren zur Anforderung bzw. Durchführung von indirektem Feuer.
ACTUALActual Commander / tatsächlicher FührerZusatz zu einem Callsign, mit dem ausdrücklich der tatsächliche Führer einer Funkstelle angesprochen wird und nicht beispielsweise dessen Radio Operator.
C2Command and ControlFührung und Kontrolle militärischer Kräfte. Kommunikation bildet eine wesentliche Grundlage für die Übermittlung von Befehlen, Meldungen und Lageinformationen.
CallsignFunkrufzeichenEindeutige Funkidentifikation einer Funkstelle, eines Elements oder einer bestimmten Führungsfunktion.
CEOICommunications-Electronics Operating InstructionsMissions- oder zeitraumbezogenes Kommunikationsdokument mit Frequenzen, Callsigns, Codes, Authentication-Informationen, Signalen und weiteren Kommunikationsvorgaben.
ChannelFunkkanalAm Funkgerät ausgewählter Kommunikationskanal. ArmA Reforger ermöglicht das Überwachen mehrerer Kanäle, wobei nur über den aktiven Kanal gesendet wird.
Code NameTarnname / DecknameFestgelegte Bezeichnung für Orte, Objectives, Operationen oder andere relevante Objekte, um unnötige Klartextinformationen im Funk zu vermeiden.
COMSECCommunications SecurityGesamtheit organisatorischer und technischer Maßnahmen zum Schutz militärischer Kommunikation und kommunikationsbezogener Informationen.
Command NetFührungsfunkkreisFunknetz zur Kommunikation zwischen Führungselementen, beispielsweise Company und Platoon Command.
Communications PlanKommunikationsplan / FunkplanLegt für eine Operation unter anderem Funknetze, Frequenzen, Teilnehmer, Callsigns und Ausweichverfahren fest.
Contact ReportFeindkontaktmeldungKurze taktische Meldung über erkannte gegnerische Kräfte. Enthält situationsabhängig Position/Richtung, Entfernung, Art, Stärke und Aktivität des Gegners.
EncryptionVerschlüsselungIm Manual insbesondere die technische Reforger-Mechanik, durch die bestimmt wird, welche Funkgeräte miteinander kommunizieren können.
Encryption KeyVerschlüsselungsschlüsselTechnischer Parameter des ArmA-Reforger-Funksystems zur Kompatibilität beziehungsweise Trennung von Funkkommunikation.
EMCONEmission ControlMaßnahmen zur Kontrolle bzw. Einschränkung elektromagnetischer Aussendungen. Im Manual im Zusammenhang mit CEOI und Kommunikationssicherheit genannt.
EVACEvacuationEvakuierung beziehungsweise Verbringung von Personal aus einem Einsatzraum. In der CEOI beispielhaft als gemeinsamer CAS/EVAC-Funkkreis aufgeführt.
CASClose Air SupportLuftnahunterstützung eigener Bodentruppen durch Luftfahrzeuge. Im Manual als möglicher eigener Unterstützungs-/Funkbereich aufgeführt.
Fire TeamFeuerteamKleinste taktische Teileinheit innerhalb eines Squads. Lokale Kommunikation kann überwiegend über Proximity Voice bzw. einen Team Net erfolgen.
Fire Team LeaderFeuerteamführerFührer eines Fire Teams und Bindeglied zwischen den Marines seines Teams und dem Squad Leader.
FrequencyFrequenzTechnische Funkfrequenz, auf der ein Funkgerät arbeitet. Funkstellen benötigen eine kompatible Konfiguration, um miteinander kommunizieren zu können.
GridKartenraster / KoordinateRasterreferenz zur eindeutigen Angabe einer Position auf der Karte.
Handheld RadioHandfunkgerätPersönliches Funkgerät eines Marines. Im Manual primär für taktische Kommunikation auf Team-, Squad- und Platoon-Ebene vorgesehen.
HQHeadquartersHauptquartier beziehungsweise Führungselement einer militärischen Einheit.
KIAKilled in ActionIm Einsatz gefallen. Im Reforger-Kontext des Manuals als Kurzbegriff für eine vernichtete bzw. ausgefallene eigene Einheit aufgeführt.
MAGTFMarine Air-Ground Task ForceUSMC-organisationsbezogenes Konzept, das Command, Ground, Aviation und Logistics unter einer gemeinsamen Führung verbindet. Die Funkorganisation der 27th MEU orientiert sich daran.
Manpack RadioRucksackfunkgerätTragbares leistungsfähigeres Funkgerät für weiterreichende bzw. zusätzliche Funkverbindungen, insbesondere zwischen Führungsebenen und Unterstützungselementen.
MEUMarine Expeditionary UnitMarineexpeditionsverband und organisatorischer Bezugsrahmen der 27th Marine Expeditionary Unit.
MHzMegahertzMaßeinheit für Frequenzen.
NCSNet Control StationKontrollierende Funkstelle eines Radio Nets. Verantwortlich für den geordneten Betrieb und gegebenenfalls die Koordination der Teilnehmer und Änderungen des Funkplans.
Net / Radio NetFunkkreis / FunknetzOrganisierte Kommunikationsgruppe mit festgelegtem Zweck, Teilnehmerkreis und Führungsfunktion.
NCONon-Commissioned OfficerUnteroffizier. Im Manual unter anderem als Ausbildungs-/Qualifikationsstufe für Advanced Radio Procedures verwendet.
ObjectiveEinsatzziel / ZielobjektTaktisch relevantes Ziel beziehungsweise Gebiet. In Reforger können Objectives mit Code Names bezeichnet werden.
PACEPrimary, Alternate, Contingency, EmergencyPlanungssystem für primäre und alternative Kommunikationsmöglichkeiten bei Ausfall oder Störung des vorgesehenen Kommunikationsmittels.
PlatoonZugTaktisches Element oberhalb des Squads. Der Platoon Net verbindet die Zugführung mit den unterstellten Elementen.
Platoon NetZugfunkkreisFunkkreis zur Führung und Koordination eines Platoons und seiner unterstellten Elemente.
PresetVorprogrammierter FunkkanalVorbereitete Funkkonfiguration, die einen schnellen Wechsel zwischen festgelegten Funkkanälen bzw. Frequenzen ermöglicht.
Primary NetPrimärer FunkkreisFunkkreis, über den ein Element im Normalfall geführt wird.
Proximity VoiceRäumliche SprachkommunikationDirekte Sprachkommunikation zwischen Spielern in unmittelbarer Umgebung. Kann auch von nahe befindlichen Gegnern gehört werden.
ProwordProcedure WordStandardisiertes Wort oder standardisierte Wortgruppe mit festgelegter Bedeutung zur eindeutigen und verkürzten Durchführung des Funkverkehrs.
PTTPush-to-TalkVerfahren beziehungsweise Bedienelement, durch dessen Betätigung die Funkübertragung aktiviert wird.
Radio CheckFunküberprüfungVerfahren zur Feststellung, ob eine Funkverbindung besteht und wie gut eine Funkstelle empfangen beziehungsweise verstanden wird.
Radio OperatorFunkerPerson, die ein Funkgerät beziehungsweise eine Funkstelle bedient und Kommunikationsverbindungen unterstützt.
Radio SilenceFunkstilleAngeordnete Einschränkung beziehungsweise Einstellung des normalen Funkverkehrs.
Read BackRücklesenVerfahren, bei dem eine empfangene Information zur Kontrolle wiederholt wird, insbesondere bei kritischen Angaben wie Koordinaten.
RTBReturn to BaseRückkehr zur Basis beziehungsweise Bewegung zurück zur eigenen Basis.
Secondary NetSekundärer FunkkreisZusätzlich zum Primary Net überwachter oder bei Bedarf verwendeter Funkkreis.
SITREPSituation ReportLagemeldung über den aktuellen Zustand eines Elements. Kann Position, Auftrag, Feindlage, eigene Lage, Verluste, Munition und Unterstützungsbedarf umfassen.
SOPStandard Operating ProcedureFestgelegtes Standardverfahren einer Einheit für regelmäßig wiederkehrende Abläufe. Im Manual werden unter anderem konforme Company SOPs erwähnt.
SquadGruppeTaktisches Element aus mehreren Fire Teams unter Führung eines Squad Leaders.
Squad LeaderGruppenführerFührer eines Squads und kommunikatives Bindeglied zwischen den unterstellten Fire Teams und der Platoon-Führung.
Squad NetGruppenfunkkreisFunkkreis zur internen Führung und Koordination eines Squads.
Support NetUnterstützungsfunkkreisFunkkreis für spezialisierte Unterstützungsfunktionen wie Aviation, Logistics, Medical oder Combat Support.
Tactical NetTaktischer FunkkreisFunkkreis für unmittelbare taktische Führung, Bewegungen, Contact Reports, Statusmeldungen und Befehle.
Team NetTeamfunkkreisFunkkreis für die interne Kommunikation eines Fire Teams.
TransmissionFunkübertragungÜbertragung einer Funkmeldung von einer Funkstelle zu einer oder mehreren anderen Funkstellen.


CHAPTER - 12. VERANTWORTLICHKEITEN

VerantwortungsbereichVerantwortlich für
Commanding Officer MEUHauptverantwortung & Befugnis: Trägt die Gesamtverantwortung für die Kommunikationsgrundsätze der 27th MEU. Genehmigt grundlegende Änderungen des Manuals und setzt neue oder überarbeitete Fassungen offiziell in Kraft.
Sergeant Major MEUPrüfung & Beratung: Überprüft die Ausbildungs-, Verhaltens- und Disziplinstandards des Manuals und berät die Verbandsführung hinsichtlich einheitlicher Anwendung, Funkdisziplin und Umsetzung innerhalb des Enlisted und NCO Corps.
Company CommanderKommunikationsorganisation & Einhaltung: Verantwortet die Umsetzung der festgelegten Kommunikationsverfahren innerhalb der Company. Stellt sicher, dass unterstellte Elemente über geeignete Funkstrukturen verfügen, und kann ergänzende, mit diesem Manual konforme Company SOPs und Communications Plans festlegen.
Company First SergeantEinhaltung & Funkdisziplin: Überwacht die praktische Umsetzung der Kommunikationsstandards innerhalb der Company und stellt insbesondere sicher, dass NCOs ihre Verantwortung für Funkdisziplin, Ausbildung und Kommunikationsbereitschaft wahrnehmen.
Platoon CommanderTaktische Kommunikationsführung: Verantwortet die Kommunikationsorganisation des Platoons. Legt im Rahmen des übergeordneten Communications Plans die Nutzung der erforderlichen Tactical und Command Nets fest und stellt die Verbindung zwischen Platoon und übergeordneter Führung sicher.
Platoon SergeantKommunikationsbereitschaft & praktische Durchsetzung: Stellt sicher, dass Callsigns, Frequenzen, Primary und Secondary Nets sowie erforderliche Ausfallverfahren innerhalb des Platoons bekannt sind. Überwacht Pre-Operation Checks und die Einhaltung der festgelegten Funkverfahren im Dienst- und Einsatzbetrieb.
Net Control Station (NCS)Führung des Funkkreises: Verantwortet den geordneten Betrieb des zugewiesenen Radio Nets. Koordiniert Teilnehmer und Funkverkehr, behandelt Prioritätsverkehr und setzt angeordnete Änderungen des Communications Plans innerhalb des Funkkreises um.
Squad LeaderFührung des Squad Nets: Verantwortet die Funkkommunikation seines Squads und stellt die Verbindung zur Platoon-Führung sicher. Bewertet und filtert Meldungen seiner Fire Teams, leitet relevante Informationen an die übergeordnete Führung weiter und verhindert unnötige Belastung höherer Funkkreise.
Team LeaderFührung des Fire Teams: Verantwortet die unmittelbare Kommunikation innerhalb seines Fire Teams. Stellt sicher, dass relevante Informationen des Teams an den Squad Leader weitergegeben werden und lokale Kommunikation vorrangig über das dafür vorgesehene Kommunikationsmittel erfolgt.
Radio OperatorTechnische Kommunikationsunterstützung: Bedient die ihm zugewiesenen Funkmittel und unterstützt das jeweilige Führungselement bei der Aufrechterhaltung der Funkverbindungen. Überwacht Funkkonfiguration, zugewiesene Netze und Kommunikationsfähigkeit und meldet Störungen oder Ausfälle unverzüglich an die verantwortliche Führung.
Marines / SailorsKenntnisnahme, Einsatzbereitschaft & Befolgung: Jeder Marine und Sailor ist für die Funktionsfähigkeit seiner zugewiesenen Kommunikationsmittel, die Kenntnis des eigenen Callsigns sowie der zugewiesenen Funkkreise verantwortlich. Vorgeschriebene Funkverfahren, Prowords, Funkdisziplin und Communications-Security-Vorgaben sind einzuhalten. Kommunikationsstörungen und relevante Lageinformationen sind entsprechend den festgelegten Meldewegen weiterzugeben.

CHAPTER - 13. ANHÄNGE

Radio Control Card - Tastenbelegung

FunktionPCXboxPlayStation 5
Proximity VoiceTLBL1
Handheld PTTCAPS LOCKLB haltenL1 halten
Radio Select MenuGLB + XL1 + □
Channel SwitchCAPS LOCK ×2LB + BL1 + ○
FrequencyMausrad ↑/↓D-Pad ↑/↓D-Pad ↑/↓
PresetQ / ED-Pad ←/→D-Pad ←/→
Radio PowerRLB + RSL1 + R3
Manpack PTTL-CTRL + CAPS LOCKLB + AL1 + X
Text Chat/LB + YL1 + △
Command Menu~D-Pad ← + LBD-Pad ← + L1

Core Prowords - Standard Begriffe

Proword / BegriffDeutsche BedeutungVerwendung
STATIONFunkstelleBezeichnung einer Funkstelle bzw. eines Callsigns
LAST STATIONLetzte FunkstelleAnsprache des letzten Senders, wenn Callsign unbekannt/unklar
ALL STATIONSAlle FunkstellenMeldung richtet sich an alle Stationen des Netzes
THIS ISHier istIdentifiziert die sendende Station
SEND TRAFFIC / SEND MESSAGEMeldung sendenAufforderung, die Meldung zu übermitteln
INTERROGATIVEFrage folgtKennzeichnet eine nachfolgende Frage
AFFIRMATIVEJa / BestätigtPositive Antwort
NEGATIVENein / Nicht bestätigtNegative Antwort
ROGEREmpfangenLetzte Übertragung wurde zufriedenstellend empfangen
WILCOVerstanden, wird ausgeführtMeldung verstanden und Anweisung wird ausgeführt
HOW COPY?Wie verstanden?Fragt nach Empfang/Verständlichkeit
SOLID COPYVollständig verstandenMeldung wurde gut und vollständig aufgenommen
YOU ARE COMING IN …Sie kommen … hereinBewertung der Verständlichkeit, z. B. „three by five“
SAY AGAINWiederholen SieVorherige Meldung erneut senden
CORRECTIONKorrekturKorrigiert einen eigenen Übertragungsfehler
DISREGARDIgnorierenVorherige fehlerhafte Übertragung nicht beachten
BREAKTrennung / kurze UnterbrechungTrennt Teile einer längeren Übertragung
BREAK BREAK BREAKDringende UnterbrechungLaufenden Verkehr für dringende Meldung unterbrechen
WAIT ONEEinen Moment wartenKurze Wartezeit; Reforger-Begriff
RADIO SILENCEFunkstilleNormalen Funkverkehr einstellen
OVERKommenÜbertragung beendet, Antwort erwartet
OUTEndeÜbertragung beendet, keine Antwort erwartet


ADVANCED – Radio Qualified / NCO

ProwordDeutsche BedeutungVerwendung
ALL AFTERAlles nach …Bezieht sich auf alles nach einem angegebenen Teil der Meldung
ALL BEFOREAlles vor …Bezieht sich auf alles vor einem angegebenen Teil
WORD AFTERWort nach …Bezieht sich auf das unmittelbar folgende Wort
WORD BEFOREWort vor …Bezieht sich auf das unmittelbar vorhergehende Wort
I SAY AGAINIch wiederholeKündigt die Wiederholung einer eigenen Übertragung an
READ BACKZurücklesenGesamte Meldung exakt wie empfangen zurücklesen
I READ BACKIch lese zurückLeitet die Antwort auf READ BACK ein
VERIFYÜberprüfenInformation beim Urheber überprüfen und korrekte Version melden
I VERIFYIch habe überprüftAntwort auf VERIFY; geprüfte Information folgt
I SPELLIch buchstabiereDas folgende Wort wird phonetisch buchstabiert
FIGURESZahlen folgenKündigt Zahlen beziehungsweise Ziffern an
WORDS TWICEWörter zweimalBei schwieriger Verbindung Wörter/Gruppen zweimal übertragen
SPEAK SLOWERLangsamer sprechenÜbertragungsgeschwindigkeit reduzieren
WRONGFalschVorherige Übertragung war falsch; korrekte Version folgt
THAT IS CORRECTDas ist richtigBestätigt die Richtigkeit einer Angabe
RELAY TOWeiterleiten anMeldung an genannte Station(en) weiterleiten
UNKNOWN STATIONUnbekannte FunkstelleIdentität der Station, zu der Verbindung hergestellt werden soll, ist unbekannt
WAITWartenSender muss einige Sekunden pausieren
WAIT OUTWarten, EndeSender benötigt länger; Verbindung wird zunächst beendet
DO NOT ANSWERNicht antwortenGerufene Station(en) dürfen nicht antworten; Übertragung endet mit OUT
MESSAGE FOLLOWSMeldung folgtEine aufzuzeichnende formelle Meldung folgt
NUMBERNummerStations-/Meldungsseriennummer folgt
TIMEZeit folgtZeit bzw. Date-Time Group folgt


LEADER – Net Control / Command Personnel

ProwordDeutsche BedeutungVerwendung
FROMVonUrheber/Absender der formellen Meldung folgt
TOAnStation(en), die auf die Meldung reagieren/handeln sollen
INFOZur InformationGenannte Station erhält die Meldung zur Kenntnis
EXEMPTAusgenommenGenannte Station ist von einem Sammelruf ausgenommen
EXECUTEAusführenZuvor vorbereitete Anweisung jetzt ausführen
EXECUTE TO FOLLOWAusführung folgtNachfolgende Anweisung erst auf späteres EXECUTE ausführen
SIGNALS FOLLOWSignale folgenNachfolgende Gruppen stammen aus einem Signalverfahren
FLASHHöchste PrioritätKennzeichnet FLASH Precedence
IMMEDIATESofortKennzeichnet IMMEDIATE Precedence
PRIORITYVorrangKennzeichnet PRIORITY Precedence
ROUTINERoutineKennzeichnet ROUTINE Precedence
SILENCE, SILENCE, SILENCEFunkstilleAlle Übertragungen sofort einstellen
SILENCE LIFTEDFunkstille aufgehobenNormaler Funkbetrieb darf wieder aufgenommen werden


Golden Rules - Grundregeln

1. LISTEN BEFORE YOU TRANSMIT.
Höre den Funkkreis ab, bevor du sendest.

2. THINK BEFORE YOU SPEAK.
Bereite deine Meldung vor, bevor du die PTT betätigst.

3. KNOW YOUR CALLSIGN.
Kenne deine eigene Funkidentität.

4. KNOW YOUR NET.
Kenne den Funkkreis, auf dem du geführt wirst.

5. KNOW YOUR ACTIVE CHANNEL.
Überprüfe, auf welchem Kanal du tatsächlich sendest.

6. USE PROXIMITY FOR LOCAL COMMUNICATION.
Belaste den Funk nicht mit Informationen, die lokal ausgetauscht werden können.

7. KEEP TRANSMISSIONS CLEAR, CONCISE AND CORRECT.
Sprich verständlich, kurz und sachlich richtig.

8. DO NOT OVERLOAD HIGHER NETS.
Übertrage nur Informationen, die für die jeweilige Führungsebene relevant sind.

9. CONFIRM CRITICAL INFORMATION.
Kritische Informationen müssen eindeutig verstanden werden.

10. ASSUME THE ENEMY IS LISTENING.
Übertrage keine unnötigen Informationen.

11. HAVE AN ALTERNATE.
Kenne das vorgesehene Ausweichverfahren.

12. COMMUNICATION ENABLES COMMAND AND CONTROL.
Funk ist kein Selbstzweck. Er dient der Führung.


CHATPER - 14. ÄNDERUNGSHISTORIE

Änderungsbereich:Durchgeführte Änderung:Durchgeführt am:
N/AErstellung des Handbuches nach Publications System Manual (MEUPSM)26.09.2026

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